Der Ausbau der Betreuungsplätze stößt immer häufiger auf den Widerstand von Anwohnern. Sie fühlen sich von den Kindern belästigt.
Bei der Einrichtung neuer Kindertagesstätten stoßen die Stadt und auch private Betreiber immer öfter auf Widerstand von Nachbarn, die sich belästigt fühlen. "Die Toleranz gegenüber Kindern sinkt", stellt das Schulreferat fest. Dennoch will die Stadt in den nächsten vier Jahren 7900 neue Betreuungsplätze in München schaffen.
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Immer neue Probleme mit Nachbarn hat zum Beispiel Alja Elsner, die seit Monaten versucht, ein Mietobjekt für eine neue Kindertagesstätte zu finden. Die Finnin und langjährige Leiterin eines Kindergartens möchte eine eigene deutsch-, finnisch- und englischsprachige Betreuungseinrichtung aufbauen, hat schon weit mehr als 30 Kinder, die sie letztlich aufnehmen könnte, auf der Anmeldeliste und ein Erzieherinnenteam gebildet. Das Schulreferat billigte ihr Betreiberkonzept uneingeschränkt.
Zehn Immobilien habe sie in München für ihr Projekt ins Auge gefasst, "doch wenn die anderen Mieter in den Häusern hörten, dass es eine Nutzungsänderung für einen Kindergarten geben soll, drohten sie den Vermietern, auszuziehen", berichtet Elsner. Die Vermieter hätten dann jeweils einen Rückzieher gemacht: Sie wollten ihre gut zahlende Klientel, die in den meisten Fällen Büroräume angemietet haben, nicht verlieren. So ist Elsner mit ihrem Vorhaben bei Immobilienbesitzern in der Schwanthalerstraße genauso abgeblitzt wie in der Balanstraße: "Vor allem störte die Nachbarn, dass neben Kleinkindern auch Kindergartenkinder betreut werden sollen. Und gerade ältere Kinder seien zu laut", hörte Elsner oft als Argument.
Eine typische Erfahrung, wie man auch bei der Stadt weiß. Eva Maria Volland, die Sprecherin des Schulreferats, sieht die Tendenz, dass "die Toleranz gegenüber Kindern sinkt und sich Beschwerden über Betreuungseinrichtungen in der Nachbarschaft häufen". Wie berichtet, hatten in dieser Woche Anwohner in der Bogenhausener Possartstraße gegen die Einrichtung eines Kindergartens vor dem Verwaltungsgericht geklagt - und waren gescheitert. Für die Stadt ist das Urteil ein beruhigendes Signal, "denn immer wieder verweigern Nachbarn ihre Unterschrift unter einem Bauantrag, wenn sie erfahren, dass es sich um eine Kindertageseinrichtung handelt", sagt Volland. Durch die Verweigerung der Unterschrift hielten sich die Anwohner den Klageweg offen.
SPD und Grüne haben sich wegen des rasch wachsenden Bedarfs darauf verständigt, den Ausbau von Kinderbetreuungseinrichtungen in München weiter voranzutreiben. Im Juli stimmt der Stadtrat über das Investitionsprogramm bis zum Jahr 2012 ab, in dem 200 Millionen Euro für den Neubau von 5000 Kindergartenplätzen, 2000 Hortplätzen und 900 Krippenplätzen vorgesehen sind. Besonders bei den bis zu Dreijährigen ist die Situation angespannt: 6500 Krippenplätze gibt es bislang in München. Eine Elternbefragung ergab jedoch, dass für rund 40 Prozent der 36 000 Kleinkinder ein Krippenplatz benötigt wird. Momentan steht aber nur für jedes fünfte Kind ein Platz zur Verfügung - Eltern-Kind-Initiativen und Tagespflegefamilien eingerechnet.
Um die langen Wartelisten für Neuaufnahmen insbesondere bei den Krippen abzubauen, drückt die Stadt aufs Tempo. Und stößt dabei zunehmend auf Widerstand. Im Jahr 1999 erzwang ein Gärtnereibetreiber in Trudering durch seine Klage gegen einen Kindergarten sogar einen fünfjährigen Baustopp. Ihm ging es weniger um Lärm, er wollte weiter seine Pflanzenschutzmittel spritzen, ohne auf Kinder Rücksicht nehmen zu müssen. Das Gericht wies darauf hin, mit solchen Mitteln sei auch ohne Kinder in der Umgebung größte Vorsicht geboten - und ließ den Kindergartenbau doch noch zu.
Nach einer regelrechten Odyssee auf dem ohnehin angespannten und teuren Mietmarkt in München steht die vierfache Mutter Alja Elsner nun kurz vor dem Ziel. In Schwabing könnte es klappen. Allerdings erst, nachdem Elsner eine Lärmmessung vornehmen ließ und den Nachbarn versprach, eine 20.000 Euro teure Schallschutzdecke einziehen zu lassen. Elsner: "Glücklicherweise steht meine Bank bei dem Projekt voll hinter mir."
(SZ vom 8.5.2008/wib)
Frauen in Saudi-Arabien
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Habe selber 3 Kinder. Die sind aber mehr bei der Mutter im ehemals gemeinsamen Reihenhaus als bei mir. Wohne auch in einer Mansardenwohnung in einem Block, der ab der "Gründerzeit" bebaut wurde. Früher wars wohl richtig laut: Jedem Haus war im EG eine Werkstatt oder ein Laden mit rückseitigem Anbau integriert. Die gewerblichen Nutzungen sind fast alle in Eigentumswohnungen gewandelt. In den Höfen ist es erstaunlich still, obwohl es in jedem Haus einige Kinder unterschiedlichen Alters gibt. Wahrscheinlich ist "das (Ball-)Spielen im Hinterhof untersagt", per Hausordnung, wie bei uns. Mülltonen, Parkplätze, Geraffelecken, hier und da ein "gepflegter" Rasen mit Thujenhecke sind jetzt typisch. Sind aber auch Spielplätze in der Nähe mit TT, Streetball, ...., die es, als die Häuser und dichten Straßenräume entstanden, noch nicht gab.
Frrüher gab es hier sicher ein ganzes Spektrum von Werkstatt- und Kneipenlärm und -gerüchen und Pflasterstraßengeräuschen, morgens schon ab 1/2 6. Und viel Kinder"geplärr": Die Fenster schlossen schlechter, Großfamilien lebten in kleinen Wohnungen.
Habe nicht laudators Probleme mit Kinderladenlärm, kann ihn aber etwas verstehen: Viele Eltern bringen ihren Kids zu wenig die Verantwortung und Grenzen im Umgang mit Mitmenschen bei.
Es kann auch Situationen geben, wo ein Hinterhof nach Lage und Größe für einen Kinderladen zu klein, für seine regelmäßige Nutzungsdichte nicht geeignet ist. Ein Baum, den Sie empfehlen, Herr Schmilz, hilft da effektiv und messbar leider so gut wie nichts - trotzdem würde auch ich aus psychologischen Gründen + fachlich dazu raten. Vielleicht will ihn aber der Kinderladen im sowieso schattigen Hinterhof gar nicht, er muss auch erst mal groß werden, 2 m Grenzabstand sind einzuhalten, der Hauseigentümer hat Angst vor der Baumschutzsatzung, ... .
Kinder hatten es früher nicht besser in den Städten: heute "müssen" sie auf zugeordneten Flächen spielen, früher mussten sie sich Streiffräume mit größerem Risko, Grenzüberschreitungen und oft über größere Entfernungen - aber um so spannender - erst erschließen.
Lärm? Wird, laudator, bei innerer Abneigung zum körperlichen Stress, weil sich dann die Flimmerhäarchen im Ohr entgegenstellen + nicht mehr entspannen! Also Verständnis üben, cool bleiben. Daran denken:
Kinder sind unsere eigene Vergangenheit und ebenso unsere Zukunft! Kinderlärm fällt uns dort und dann besonders auf, wo und wann wir sonst unnatürlich wenig - zu wenig - mit Kindern zu tun haben.
1.:"...Dies ist eigentlich auch nicht die Plattform sich kontrovers auszutauschen. ..."
Einspruch. Ich fürchte, persönlicher als im Forum werden wir nie kommunizieren, Gästebücher vielleicht ausgenommen.
Und unterschiedliche Meinungen können und sollen hier durchaus auch sichtbar kollidieren können, wie ich meine.
2.:"... Aber persönlich und versteckt beleidigend sind leider Sie geworden und haben dadurch die Diskusion polemisiert. Ich glaube, das ist hier nicht erwünscht und auch nicht unser beider Niveau..."
Stimmt, weshalb ich sie bitte Ihr Gästebuch aufzusuchen. (sic!)
Dennoch: Erwachsene können selber auf sich sehen, Kinder hingegen sind notwendig auf den unbedingten Schutz von Erwachsenen vor Erwachsenen angewiesen.
Ich weiss wovon ich hier spreche, und seit ich selber erwachsen bin, übernehme ich manchmal diese Funktion kurzfristig, anonym und um so lauter.
Trotzdem scheinen Sie halbwegs intelligent zu sein. Das muss ich schon zugeben. Dies ist eigentlich auch nicht die Plattform sich kontrovers auszutauschen. Und manches kommt in komprimierter Form extrem verfälscht rüber. Aber persönlich und versteckt beleidigend sind leider Sie geworden und haben dadurch die Diskusion polemisiert. Ich glaube, das ist hier nicht erwünscht und auch nicht unser beider Niveau
Ich bin auf dieses Niveau geschwenkt, da scheinbar nicht nur Sie sich bei der Süddeutschen verirrt haben.
Ich bin doch sehr beruhigt, dass zumindest hier bei den SZ Lesern die Zahl der Menschen überwiegt, die Kinder nicht als "Lärmquelle" oder irgendeine Belästigung ansehen.
Auf der anderen Seite beunruhigt mich es sehr, wie sich unsere Gesellschaft entwickelt. Verkehrslärm und sonstige Geräusche in der Stadt stören offenbar niemanden, aber Kinder schon. Wie arm sind wir doch dran! Was ist ein Leben ohne ein herzliches Kinderlachen? Was bereitet schon mehr Lebensfreude? Mein Mitleid den Menschen, deren Herz schon so hart geworden ist, dass sie dies nicht mehr erkennen und genießen können!
Ich für meinen Teil würde liebend gerne meine Wohnung, die in einer stark befahren Hauptverkehrsstraße liegt (München Ost), gegen eine andere tauschen, die in unmittelbarer Nachbarschaft einen Kindergarten hat. Sehr sehr sehr gern sogar! Gibt es Interessenten???
Paging