Widerstand gegen Pläne des FC Bayern Arena-Ausbau auf der Kippe

Sommerpause im Fußball - und im Fröttmaninger Stadion wird gearbeitet: Auf dem Feld wird ein neuer Rasen verlegt und der Stehplatzbereich der Südkurve wird umgestaltet, um dort mehr Fans unterzubringen.

(Foto: Robert Haas)

Die Allianz Arena soll auf 75 000 Sitzplätze ausgebaut werden. Weil die Münchner Verkehrsgesellschaft aber Sicherheitsprobleme sieht, will die Stadt die Erweiterung nicht genehmigen. Nun muss der FC Bayern sein Konzept ändern - oder seinen Plan ganz abblasen.

Von Thomas Kronewiter

Der geplante Ausbau des Fröttmaninger Fußballstadions auf bis zu 75 000 Plätze steht vor dem Aus. Grund dafür sind Probleme bei der Verkehrserschließung und der Sicherheit im Katastrophenfall. Wenn die von der Stadion-Gesellschaft beantragte Erweiterung durch die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) "als Sicherheitsproblem eingestuft wird, können wir keine Baugenehmigung erteilen", sagte eine Sprecherin des Planungsreferats am Freitag. Die MVG hatte vor einigen Tagen bereits öffentlich gemacht, den Ausbau des Stadions abzulehnen. Dabei werde sie auch im laufenden Anhörungsverfahren bleiben, bestätigte das Unternehmen.

Der Bauantrag der Allianz Arena München Stadion GmbH, die dem FC Bayern München gehört, ist mittlerweile bei verschiedenen städtischen Stellen in der Prüfung. Während das für Sicherheitsfragen zuständige Kreisverwaltungsreferat abwiegelt und sich "auf Bitte des Referenten" inhaltlich noch gar nicht äußern will, räumt man im Planungsreferat ein, die kritische Haltung der Verkehrsbetriebe "nicht erst seit dem Bauantrag" zu kennen. Sprecherin Karla Schilde betont, es seien "dicke Bretter zu bohren", da der An- und Abtransport der Fußballfans Auswirkungen auf das ganze Verkehrsnetz habe.

MVG droht mit Betriebseinstellungen

Die MVG sieht auch weniger den Abtransport nach Spielende als kritisch an, "weil hier gegebenenfalls mit temporären Einschränkungen im Zustiegsbereich in Fröttmaning ein sicherer Betrieb aufrechterhalten werden kann". Probleme bereiten würde nach Ansicht der MVG-Planer vielmehr der Transport der Fans zum Stadion hin, vor allem abends. Kritisch sei dabei insbesondere die Situation an den Innenstadt-Bahnhöfen.

"Die Stadiongesellschaft sollte zur Kenntnis nehmen, dass zu diesen Zeiten auch zahlreiche andere Fahrgäste Anspruch auf Beförderung haben", hatte ein MVG-Sprecher vergangene Woche schmallippig festgestellt, nachdem das vom Betreiber vorgelegte Verkehrsgutachten bekannt geworden war. Im Falle weiterer Belastungen hatte er sogar mit vorübergehenden Betriebseinstellungen gedroht, "zumindest bei Werktagspielen sowie während des Oktoberfestes".

Bis zu 75 024 Zuschauer sollen bald Platz haben

Ihren Wunsch zu erweitern begründet die Stadion GmbH damit, dass sowohl auf der Straße wie auf der Schiene ausreichend Reserven vorhanden seine. Sie beabsichtigt, die derzeit genehmigte Zahl von 71 168 Zuschauerplätzen bei nationalen Spielen und 67 858 Plätzen bei internationalen Spielen um 3856 (Bundesliga) beziehungsweise 1486 (zum Beispiel Champions League) zu erhöhen - auf dann maximal 75 024 Zuschauer.

Wie diese Menschen bei einem U-Bahn-Ausfall sicher nach Hause gebracht werden können, hat die Stadion-Gesellschaft ebenfalls untersuchen lassen. Der Notfallplan setzt auf eine Vielzahl von Maßnahmen, darunter einen innerhalb von 90 Minuten einzurichtenden Schienenersatzverkehr mit Bussen. Dass dies funktioniert, hatte die MVG massiv angezweifelt.

Wahrscheinlich ist nun, dass Stadtbaurätin Elisabeth Merk den Antrag der Stadion GmbH nicht ablehnen wird, sondern dass diese die Chance bekommt, ihr Konzept nachzubessern.