Westtangente Die wichtigsten Fragen zur neuen Tram im Münchner Westen

Tram-Westtangente, Foto : Tram 12/17 am Romanplatz , 18.Februar 2014, Foto : C : Stephan Rumpf

(Foto: Stephan Rumpf)

Zum Beispiel: Wann geht's los mit der Westtangente und was bringt sie?

Von Marco Völklein

Der Stadtrat wird nächste Woche zwar einen (weiteren) Grundsatzbeschluss zur geplanten Tram-Westtangente fassen. Der tatsächliche Startschuss zur Realisierung der fast neun Kilometer langen Neubautrasse wird damit aber nicht gegeben. Vielmehr bekennt sich der Stadtrat lediglich zur Fortführung der Planung. Wie also geht es konkret weiter? Hier die Fragen und Antworten zum Projekt:

Wie weit sind die Planer?

Bislang liegen nur erste Entwürfe vor. Konkrete Pläne, mit denen die Ingenieure der Stadtwerke (SWM) eine Baugenehmigung bei der Regierung von Oberbayern beantragen könnten, gibt es nicht. Diese sollen nun, nach der Zustimmung des Stadtrats, bis zum Jahr 2018 erarbeitet werden. Dann wird der Stadtrat beschließen müssen, ob die Planer die Baugenehmigung, also den Planfeststellungsbeschluss, bei der Bezirksregierung beantragen sollen.

Was bringt die geplante Trasse?

Die Westtangente ist Teil einer Planung aus den Neunzigerjahren: Damals wurde erkannt, dass das Münchner Nahverkehrsnetz zu sehr aufs Zentrum ausgerichtet ist; tangentiale Verbindungen, die die Ränder der Stadt miteinander verbinden, fehlen. Diese aber, so die Überlegungen der Planer, könnten die überlasteten Linien in der City entlasten. Deshalb wurden Tangenten geplant: Realisiert wurde bislang nur die Osttangente durch Haidhausen. Über das Planungsstadium nicht hinaus kamen die West- durch die Fürstenrieder Straße und die Nordtangente im Englischen Garten.

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Wird es wegen der Tram Staus geben?

Davon gehen die Projektgegner aus - schließlich wird in der Fürstenrieder Straße jeweils eine Fahrspur pro Richtung wegfallen, in der relativ engen Wotanstraße wird die Tram sich den Straßenraum mit den Autos teilen müssen. Die SWM-Planer halten dagegen: Nur mit einem Ausbau des Nahverkehrs (und dem Umstieg vieler Autofahrer auf Busse und Bahnen) werde man Staus auf lange Sicht vermeiden.

Wie sieht der Zeitplan aus?

Die SWM nennen lediglich das Jahr 2018, bis zu dem die Entwurfs- und Genehmigungsplanung abgeschlossen sein soll. Erteilt der Stadtrat dann erneut seine Zustimmung, beginnt das Planfeststellungsverfahren. Das dürfte sich über mehrere Jahre hinziehen, denn dort können Anwohner Einwände gegen das Projekt erheben. Klagen sind anschließend auch noch möglich. Fachleute schätzen, dass die neue Strecke wohl nicht vor Mitte des nächsten Jahrzehnts in Betrieb gehen könnte. Denn der Bau ist zudem noch eng mit der Realisierung des geplanten zweiten S-Bahn-Tunnels verquickt - und der wird, sofern alles klappt, nicht vor 2026 fertig sein.

Wie hängt die Tramtrasse mit der neuen S-Bahn-Strecke zusammen?

Damit die Straßenbahnen vom Romanplatz aus in Richtung Süden rollen können, muss am S-Bahnhof Laim die Bahnstrecke nach Pasing unterquert werden. Der bestehende Straßentunnel ist dazu zu eng. Deshalb ist dort östlich des Autotunnels eine weitere Röhre geplant, die Trambahnen, Fußgängern und Radfahrern vorbehalten sein soll - die "Umweltverbundröhre". Diese wird im Zuge des zweiten S-Bahn-Tunnels und der geplanten Um- und Neugestaltung des Laimer S-Bahnhofs errichtet.

Wie viel kostet das Projekt?

Das kann derzeit keiner genau sagen. Die SWM kamen vor Jahren in einer ersten Grobschätzung auf 75 Millionen Euro. Das war aber der Preisstand von 2011; mittlerweile dürfte die Summe höher liegen. Außerdem hatte die Stadt damals weitere sieben bis neun Millionen Euro für die Gestaltung der Straßen veranschlagt. Projektgegner dagegen rechnen mit Kosten von etwa 150 Millionen Euro; dazu müsse man noch gut 50 Millionen Euro für die Umweltverbundröhre addieren. Die Stadtwerke sagen: Verlässliche Angaben werden erst mit Abschluss der Genehmigungsplanung im Jahr 2018 vorliegen.

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