Christian Ude wünscht sich von den Chefs der großen Unternehmen, dass sie günstige Werkswohnungen für ihre Mitarbeiter bauen. Doch von derlei Investitionen will man in der Privatwirtschaft nichts wissen - da hilft auch ein Brief vom OB nicht.
Die Chefs der größten Unternehmen der Stadt lassen Oberbürgermeister Christian Ude mit seiner Bitte abblitzen: Neue Werkswohnungen zu bauen, kommt für Dax-Konzerne und andere große Arbeitgeber nicht in Frage. Aus den Führungsetagen gibt es nur freundlich formulierte Absagen auf eine Initiative, die Ude im August gemeinsam mit Wirtschaftsreferent Dieter Reiter gestartet hatte. Am deutlichsten klingt die Abfuhr bei MAN: "Wir sind Maschinenbauer, keine Immobilienleute", sagt Konzernsprecher Andreas Lampersbach.
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In Obersendling ließ Siemens einst auch die drei "Stern-Hochhäuser" als Werkswohnungen bauen. (© lok)
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In einem Brief hatten Ude und Reiter die Vorstandsvorsitzenden und Geschäftsführer von 14 Firmen wie BMW, Siemens, MTU, aber auch Rohde & Schwarz gebeten, in Zukunft wieder Werkswohnungen in München zu bauen - um Mitarbeitern im teuren München günstigen Wohnraum zur Verfügung stellen und gleichzeitig den angespannten Wohnungsmarkt zu entlasten.
Dies könne in Zeiten, in denen Unternehmen immer mehr Schwierigkeiten haben, Fachkräfte zu finden, doch auch ein gutes Argument in Vorstellungsgesprächen sein. Die Kommunalpolitik bemühte sich gar, mit gutem Beispiel voranzugehen: Die Stadtwerke kündigten den Bau von rund 500 Werkswohnungen in den kommenden Jahren an.
Von derlei Investitionen will man in der Privatwirtschaft aber nichts wissen. BMW verweist auf einen kleinen Bestand an Wohnungen, der Mitarbeitern zur vorübergehenden Nutzung angeboten werde - also etwa neuen Angestellten, die für den Job bei BMW nach München ziehen und damit eine erste Anlaufstelle haben. Wohnungen, in denen Mitarbeiter längere Zeit leben, hat der Autokonzern dagegen nicht. Auch die HypoVereinsbank hält für bestimmte Mitarbeiter solche Kurzzeit-Wohnungen bereit.
Überhaupt keinen eigenen Bestand mehr haben dagegen Siemens und MAN. Beide Konzerne haben erst in den vergangenen Jahren viele tausend Wohnungen verkauft - MAN vor allem in Augsburg, Siemens in ganz Bayern, mit einem Schwerpunkt in Obersendling. Während man sich bei MAN vollkommen von dem Thema Wohnungsmarkt verabschiedet hat, sicherte sich Siemens umfassende Belegrechte - 1500 der verkauften Wohnungen stehen auch in Zukunft Siemens-Mitarbeitern zu günstigen Konditionen zur Verfügung. An Neubauten denkt Siemens allerdings nicht.
Einen erheblichen eigenen Bestand an Wohnungen hingegen haben noch verschiedene große Versicherungsunternehmen, egal ob privat oder in öffentlicher Hand. Die Rückversicherung Munich Re etwa besitzt etwa 4000 Wohnungen in der Stadt und "steht Investitionen aufgeschlossen gegenüber", sagt Pressesprecher Josef Wild - allerdings nicht, um günstigen Wohnraum für Mitarbeiter zu schaffen.
Für die Rückversicherung sind die Wohnungen vielmehr eine wichtige Kapitalanlage, die an Mitarbeiter allenfalls "zu Marktkonditionen" vermietet werden. Ganz ähnlich verhält es sich beim Versicherungskonzern Allianz, der aber keine weiteren Investitionen plant, und bei der zur Sparkassengruppe gehörenden Versicherungskammer Bayern, die beide ebenfalls Adressaten von Udes Brief waren.
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(SZ vom 05.09.2011)
Kanzlerin Merkel und die Macht
Die neueste Antwort
ist dass der Mietvorteil den die Arbeitnehmer haben, als geldwerter Vorteil zu versteuern ist und Sozialabgaben zu entrichten sind und zwar durch Arbeitnehmer und Arbeitgeber. Allein aus diesem Grund werden Firmen keine neuen Wohnungen für ihre Mitarbeiter bauen bzw.kaufen.
Lieber Herr OB, jetzt sind sie nicht abgeblitzt bei den Unternehmen, sondern die haben Sie durchschaut. Allen städt. Grund haben Sie an Wohnungsbaugesellschften verschleudert und nun hat die Stadt keinen Grund mehr. Weder für sozialen Wohnungsbau noch für Kindergärten und Kinderkrippen. Ein OB als Bettler, das ist eine schlechte Figur für einen, der Landesvater werden möchte....
...anstatt das Geld in bestehende und neuzugründende Wohnungsgenossenschaften zu stecken, muss natürlich trotzdem was tun um seinen Nimbus als "Mieteranwalt" nicht ganz verblassen zu lassen. Da macht sich ein Brief an die großen Firmen ganz gut, um von den eigenen Versäumnissen abzulenken - und kosten tut der Appell an die Firmenleitungen auch nicht viel.
Lieber Münchner Spezialdemokraten, es reicht nicht sich nur mit dem Isarinselfest ein Beispiel an Wien zu nehmen. Viel dringender wäre es gewesen dem Beispiel Wiens bei der Wohnungsversorgung zu folgen und das zu Zeiten bevor die internationalen Immobilienspekulanten München entdeckt hatten...
Es gibt in München keinen Wohnungsleerstand, außer in sehr ungünstigen Lagen, oder bei zu hohen Mieten!
Das angesprochene ehemalige Siemens-Mobile Gebäude hat Siemens nie gehört.
Bürohäuser in Wohnimmobilien umzuwidmen ist schon kein Spaß,
der Umbau ist der Horror.
Ich habe mich vor Jahren schon mit dem Thema Mitarbeiterwohnungen beschäftigt.
Meine Steuerberaterin hat mir diese Flausen mit Nachdruck ausgetrieben!
Paging