Weitere Briefe Olympisches Welterbe und ein toller Ministrant

Stolzes, lebendiges Erbe

Bereits heute steht der gesamte Olympiapark völlig zu Recht unter Ensembleschutz ("Ein Park für die ganze Welt", 27. September). Eine Aufnahme in die Unesco-Liste als Weltkulturerbe wäre nur folgerichtig. Wer einmal an einem sonnigen Wochenende den Olympiapark besucht, erlebt Zehntausende Menschen unterm Zelt, am See, auf dem Olympiaberg. Der Park, der so ganz anders ist als klassische Parks, strahlt dann wunderbare Lebendigkeit aus, auf die man bei nacholympischen Nutzungen anderswo nur neidisch sein kann. Er hat dann etwas von jenem heiteren Spielstraßencharakter von 1972, vor dem entsetzlichen Attentat. Ein Welterbe-Status sollte aber auch die Randzonen erfassen, die oft recht kritisch zu sehen sind wie etwa die Ruinen des Ex-Busbahnhofs und des Ex-S-Bahnhofes, die alten Bahngleise vor der Pressestadt, die große Baulücke ZHS (Zentrale Hochschulsportanlage), das abgebrochene Radstadion, sowie fehlendes Grün und Wegeverflechtungen am Westrand mit Tollwood und bis zur Borstei. Insofern bietet sich damit für München nach 1972 eine weitere Chance - und gleichzeitig eine zwingend notwendige Verpflichtung, das Erbe richtig anzunehmen und mit Respekt und Stolz zu bewahren. Damit kann man auch ohne weitere Olympische Spiele punkten. Frank Becker-Nickels, München

Landshuter Ausverkauf

Lieber Stadtrat von Landshut, ich gratuliere Ihnen zur Entscheidung, ein historisches Gebäude in Ihrer gotischen Altstadt abreißen zu lassen ("Moserbräu: Stadtrat stimmt für Abriss" vom 26. und "Kritik des Landesdenkmalrats" vom 30. September)! Mutig setzen Sie sich damit über die Urteile zweier Institutionen der Denkmalspflege hinweg, die das Haus einerseits für sanierungsfähig halten und andererseits auf seine besondere Bedeutung für das kunst-und baugeschichtliche Ensemble der Altstadt Landshuts hinweisen. Aber mal ehrlich: Was sollen diese kleinlichen Bedenken? Der potentielle Investor hat sicher gewinnträchtige Pläne für das Haus: Man könnte doch mit einem Mobilfunkanbieter oder einem Spielsalon in einem rasch hochgezogenen Betonbau gute Rendite erzielen - was soll da die Kunstgeschichte? - Es ist traurig, dass Politiker ohne Not den Ausverkauf ihrer Heimat betreiben, sei es im Steigerwald, am Riedberger Horn oder eben in Landshut. Herr Heimatminister, warum schreiten Sie nicht ein? Sybille Böhm, München

Gut hat er ministriert

Am Sonntag den 25.09.16 waren meine Frau und ich um 9.30 Uhr in der Heiligen Messe in St. Peter in München. Dort hat der fußballspielende Senegalese ministriert. Er hat seine Sache sehr routiniert gemacht und ich möchte gerne, dass er hier bleiben kann. Vielleicht kann er ja mit Herrn Scheuer ("Scheuer unter Feuer", 20. September) tauschen. Wilhelm Amesmeir, Sauerlach

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