Bis 15.30 Uhr werden weder U- noch Trambahnen ausrücken - die S-Bahn fährt, Busse bieten ein Notnetz. Wie man am Streiktag am besten weiterkommt im Überblick.
Das Radlerwetter für Dienstag: trocken, zeitweise Föhn, bis zu acht Grad. Gar nicht so schlecht also. Und dann gibt es ja auch noch die S-Bahn, die ganz normal fahren wird, weil deren Mitarbeiter ihren Tarifstreit schon hinter sich haben. Auf der Stammstrecke werden sogar in jeder Richtung drei zusätzliche Züge pro Stunde eingesetzt - macht zwischen 9 und 15.30Uhr rund 36000zusätzliche Plätze für die geplagten Fahrgäste. Wenn sie denn hinkommen zur S-Bahn.
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Ein leerer U-Bahn-Aufgang in München: Da sich an der Tariffront nichts getan hat, werden tatsächlich von Betriebsbeginn bis 15.30 Uhr weder U- noch Trambahnen ausrücken. (© Foto: ap)
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Ansonsten nämlich sieht es am Dienstag reichlich düster aus im Münchner Nahverkehrsnetz. Da sich an der Tariffront nichts getan hat, werden tatsächlich - wie am Wochenende schon angekündigt - von Betriebsbeginn bis 15.30 Uhr weder U- noch Trambahnen ausrücken. Bei den Bussen verbleibt nur ein Notnetz, das die Ausfälle allerdings bei weitem nicht auffangen kann.
Einem Glücksspiel dürfte am Streiktag die Suche nach einem Taxi gleichen. Vorbestellungen für den morgendlichen Berufsverkehr waren schon am Montagmittag nicht mehr möglich. Die weißen Droschken sind längst ausgebucht. Wer den Nervenkitzel liebt, kann es natürlich am Dienstag spontan versuchen. "Wir tun, was wir nur können", versichert eine Mitarbeiterin der Taxizentrale.
Wer trotz allem auf den MVV setzt: Die beste Ausweichmöglichkeit bietet die S-Bahn. Da es wohl ziemlich zugehen wird auf Münchens Straßen, sollten vor allem Umlandbewohner und Stammstreckenanlieger auf die roten Züge ausweichen. Ob der Fahrplan bei starkem Andrang eingehalten werden kann, steht auf einem anderen Blatt - doch allzu anspruchsvoll kann man an einem solchen Tag ohnehin nicht sein. Denn beim Bus-Notnetz liegt die Betonung auf der Silbe "Not". Niemand sollte sich von diesem Schrumpfsystem allzuviel erwarten - zum Beispiel Fahrplantreue, kurze Taktabstände oder die Gewähr, im Gedränge überhaupt mitzukommen.
Kernstück des mutmaßlich heillos überfüllten Notnetzes sind die elf Nachtlinien, wie sie am Wochenende unterwegs sind - entlang der Tramstrecken rollen Busse. Für Leute, die selten zu später Stunde unterwegs sind: Zum Nachtnetz gehören unter anderem die Straßenbahnlinien 17 (fährt jedoch östlich des Isartors auf 18er-Pfaden durch Haidhausen), 19, 20 und 27 (südlich Ostfriedhof auf dem 15er-Linienweg zur Großhesseloher Brücke). Außerdem bleiben neun der elf Metrobuslinien (zweistellige Linienziffern; 57 und 59 entfallen) und 18 von 57 Stadtbuslinien im Sortiment. Die Strecken sind teilweise verkürzt
Besonders kompliziert wird die Situation vor allem dort, wo weit und breit keine S-Bahn fährt. In Schwabing und der Maxvorstadt etwa. Die Bewohner dieser Viertel sollten - wenn sie nicht lieber radeln oder zu Fuß gehen - auf den Bus N127 entlang der Tramtrasse durch die Hohenzollern- und Barer Straße ausweichen. Oder auf den Bus N40, der durch die Leopold- und Ludwigstraße zum Stachus fährt. Neuhausen und Nymphenburg sind über den Bus N117 durch die Arnulfstraße mit Hauptbahnhof und Sendlinger Tor verbunden. Deutlich unübersichtlicher wird es in Richtung Stadtrand, wo die Entfernungen größer und die MVV-Haltestellen seltener werden. Den Bewohnern dieser Viertel gibt die SZ einige Tipps, wie man am Streiktag am besten weiterkommt:
Hasenbergl, Harthof, Milbertshofen: Linie N42 von der Dülferstraße Richtung Münchner Freiheit. Von dort fährt der N40er ins Zentrum.
Freimann: N40 von der Keilberthstraße Richtung Mü. Freiheit, Stachus.
Oberföhring, Johanneskirchen, Englschalking: N41 vom Fritz-Meyer-Weg Richtung Effnerplatz, Giselastraße. Bus 50 von Johanneskirchen über Studentenstadt nach Moosach.
Trudering: N44 von der Phantasiestraße zur St.-Veit-Straße.
Perlach, Ramersdorf: N45 von Waldperlach über Quiddestraße und Karl-Preis-Platz zum Ostbahnhof.
Harlaching, Giesing: N127 von der Großhesseloher Brücke durch die Grünwalder Straße zum Ostfriedhof und weiter zum Stachus. 52 vom Tierpark zum Marienplatz. 58 von der Silberhornstraße zum Hauptbahnhof.
Solln, Sendling: N40 von der Parkstadt Solln über Aidenbachstraße und Harras zum Sendlinger Tor.
Fürstenried, Forstenried, Hadern: N41 von der Forstenrieder Allee zum S-Bahnhof Harras.
Neuaubing, Pasing, Blumenau: N47 von Neuaubing West zum Pasinger Bahnhof. 56 von der Blumenau (nicht Fürstenried West) zum Pasinger Bahnhof.
Allach, Untermenzing, Obermenzing: N48 von der Servetstraße über Blutenburg zum Pasinger Bahnhof.
Moosach: N120 durch die Dachauer Straße zum Stachus.
Außerdem fahren (teilweise verkürzt) die Buslinien 134, 135, 139, 146, 155, 160, 162, 165, 167, 170, 172, 176, 178, 180, 181, 188, 190 und 199.
Zur Sportmesse Ispo gelangen die Fachbesucher über eigens organisierte Shuttlebusse, die vom Flughafen oder den S-Bahnstationen Riem und Trudering zum Messegelände fahren.
Detaillierte Infos gibt es in den trotz Streiks geöffneten Kundencentern an Marienplatz, Sendlinger Tor und Poccistraße, über Durchsagen und Aushänge, im Internet unter www.mvg-mobil.de oder beim kostenpflichtigen Infotelefon unter der Nummer 01803/442266.
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(SZ vom 03.02.2009/pfau)
Die neueste Antwort
ich fahre täglich mit der mvg und besitze auch seit jahren kein auto mehr d.h. mein bevorzugtes verkehrsmittel sind die mvg. in sachen pünktlichkeit, sauberkeit und auch sicherheit (bis auf die paar ausnahmen) sind die verkehsmittel des mvg tadellos. die preiserhöhungen sind nicht in ordnung. und wie ich schon weiter unten angemerkt habe ist die bezahlung und auch die arbeitseinteilung der angestellten (faher usw.) teilweise haarsträubend. ein freund hat viele jahre für die mvg gearbeitet und was ich da mitbekommen habe ist einfach unglaublich.
ausserdem wieviele streiks hat es bei der mvg gegeben (ich kann mich in den 9 jahren in münchen nur an einen weiteren vor ein paar jahren erinnern)
daher habe ich in diesen fall verständnis für die streikenden.
im gegensatz zur bahn mit den verspätungen im fernverkehr und bei den s-bahnen
Ich wundere mich ja gar nicht mehr, daß ich hier mit meiner Meinung bis auf wenige Ausnahmen keine Zustimmung bekomme. Einen Punkt sollten aber auch die Befürworter des Streiks, die auf die MVG angewiesen sind, berücksichtigen: Wer bezahlt denn die Sache am Ende?
Das sind die Kunden, die dann die nächste Preiserhöhung hinnehmen müssen. Als ob die Tarife nicht schon teuer genug wären. Und dann fährt unter der Woche nur mit viel Glück noch eine U-Bahn nach 0:30 Uhr.
Ich arme Sau arbeite bei einer Bank und hatte seit letztes Jahr (!!!) keine Tariferhöhung mehr! Und es waren auch keine 8% oder 10%, sondern lausige 2,3%.
Ich fordere meine Kollegen also auf zu streiken!
Für diese Idee hätte wahrscheinlich kaum einer Verständnis, aber für Mitarbeiter des ÖPNV scheint es völlig normal zu sein einfach mal 10% mehr zu verlangen, weil man sei ja die Jahre zuvor zu kurz gekommen......Es wird Zeit für die vollautomatische Tram...
@Crveni: Der Hinweis, dass es woanders noch schlechter ist, ist immer ein schwaches Argument.
Was sollen die armen Angestellten machen? Sich einen neuen Job suchen! Aber auf keinen Fall Unbeteiligte in Mitleidenschaft ziehen! Hierfür habe ich überhaupt kein Verständnis. Wenn ich ein Problem habe, dann löse ich es, ohne meine Probleme auf andere abzuwälzen. Ich erwarte hier übrigens auch Flexibilität und Mobilität der Mitarbeiter, denn neue Stellen gibt es sicherlich, vielleicht eben nur nicht in München. Ich bin mehrmals umgezogen, national wie international. Andere können das auch.
Klar müssen die leiden, die auf öffentiche Verkehrsmittel angewiesen sind (ich, im übrigen auch). Aber, was ist denn die Alternative? Wie sollen abhängig Beschäftigte in diesen Zeiten ihre (berechtigen) Forderungen denn durchsetzen? Schaut man in die Nachbarländer Frankreich oder Italien sind wir doch in Deutschland auf einer Insel der Seligen, was die Streikhäufigkeit angeht. Von einem Generalstreik, der alles lahmlegt, habe ich in Deutschland noch nie gehört. So etwas tut der Deutsche nicht!
Paging