Waldperlach Jagdszenen im Truderinger Wald

Spaziergänger fühlen sich durch Jäger und Treiber irritiert

Eine beunruhigende Begegnung hatte offenbar eine SZ-Leserin an Silvester: Beim mittäglichen Spaziergang auf dem Friedrich-Panzer-Weg im Truderinger Wald hätten sie und ihre Begleiter erleben müssen, "dass völlig ungesichert und ohne Warnhinweise eine Treibjagd auf Hasen stattfand", teilte sie mit. Wegen des schönen Wetters seien auch viele Familien mit Kleinkindern unterwegs gewesen. Dazwischen jedoch waren, so die Frau weiter, "mindestens zwanzig Jäger mit Gewehren und eine ähnlich große Anzahl an brüllenden Treibern". Weshalb sich vermutlich nicht nur ihr die Frage aufdrängt, ob es bei so einer Veranstaltung nicht erforderlich ist, die Bevölkerung durch Warnhinweise zu informieren. Und: Ist so eine Veranstaltung im Stadtgebiet ohne Absicherung der Bevölkerung überhaupt erlaubt?

Licht ins Dunkel brachte nun Johannes Mayer, Sprecher des Kreisverwaltungsreferats (KVR). So fand nach Auskunft des Jagdpächters am Sonntagvormittag, 31. Dezember, im Gemeinschaftsjagdrevier Perlach tatsächlich - wie schon in den vergangenen Jahren - eine "Gesellschaftsjagd" mit 13 Jägern und vier Treibern statt. Dabei handelte es sich jedoch, so Mayer mit Verweis auf das Bayerische Jagdgesetz, im rechtlichen Sinn nicht um eine Treibjagd. Dafür bedürfe es mehr als vier Treiber.

Eine Genehmigungs- oder Anmeldepflicht gegenüber der Jagdbehörde für eine solche Gesellschaftsjagd bestehe nicht. "Die Veranstaltung war aber der Polizeiinspektion Perlach vorab zur Kenntnis gebracht worden", erklärte der KVR-Sprecher. Er fügte hinzu, dass es laut Auskunft des Jagdpächters bisher nie Probleme mit der Bevölkerung gegeben habe. Die Jäger suchten sich für die Jagd Bereiche aus, die von der Öffentlichkeit kaum frequentiert werden. Tauchen Personen im Gefahrenbereich auf, werde selbstverständlich nicht geschossen. Zu der von der SZ-Leserin geschilderten Begegnung erklärte Mayer, dass sich die Jäger gegen Mittag auf dem Friedrich-Panzer-Weg bereits auf dem Rückweg von der Jagd befanden. Sie hätten aber weiterhin Ausschau nach Wild gehalten. Grund zur Beunruhigung sollte aber für die Spaziergänger nicht bestanden haben. So weist KVR-Sprecher Johannes Mayer darauf hin, dass an der Jagd auch ein Polizeibeamter der Perlacher Inspektion teilgenommen habe: "Er wird prüfen, ob zukünftig noch zusätzlich Warnschilder aufgestellt werden, obwohl die jagdrechtlichen Vorschriften die Jäger hierzu nicht verpflichten. Seiner Auskunft nach bestand zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr für die Bevölkerung."