Vorverkauf für Paul McCartney Beatles-Hymnen im Olympiastadion

Zuletzt spielte Paul McCartney 2003 in München auf dem Königsplatz.

(Foto: Bernd Müller/Imago)

Eine ausgebissene Plombe, Radltouren durch den Englischen Garten und spontane Autogrammstunden: Die München-Besuche von Paul McCartney sind legendär - im Juni kommt er wieder.

Von Michael Zirnstein

Hätte man ihn selbst erkannt? Mit 73 sieht Paul McCartney ja nicht mehr so rosig aus wie auf Fotos der Beatles. Und nicht wie bei seinem bis dato letzten Gastspiel in München 2003. Beim ersten von zwei Konzerten auf dem Königsplatz kam "der Gute-Laune-Mann" aus Liverpool dem Kritiker der Abendzeitung noch "unverschämt jugendlich" vor und erschien in Jeans und mit rotem Oberteil der Bunte-Reporterin als ein "Gärtner beim Unkrautjäten".

Ganz schön respektlos dem Rock-Adeligen gegenüber. Aber eben nicht derart demütigend wie neulich jener Türsteher in Hollywood, der Sir Paul den Einlass zur Grammy-Aftershow-Party des Rappers Tyga verwehrte. Angeblich hatte er den Weltstar nicht erkannt. Wie viel VIP müsse man wohl sein, fragte McCartney und sagte zu seinen Begleitern: "Wir brauchen einen neuen Hit." Dabei ist sein jüngster - das 20-fach platinierte "Four five seconds" mit Rihanna und Kanye West - gerade ein Jahr alt. Jedenfalls ist die Einlass-Schmach eine weitere Legende über das rest-aktive Viertel der "Fab Four". Um sein gerade angekündigtes Erscheinen am Freitag, 10. Juni, im Olympiastadion werden sicher weitere Mythen folgen.

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So wie 2003, als er mit einer an Süßigkeiten ausgebissenen Plombe in München landete und vom Schwabinger Zahnarzt Norbert Mannl in die Praxis chauffiert wurde. Oder wie er den 400 das Hotel Mandarin Oriental belagernden Fans durch den Seiteneingang entwischte und unbehelligt durch den Englischen Garten radelte. Nach dem ersten Königsplatz-Konzert soll er eine Stunde lang am Trottoir vor dem Hotel Autogramme gegeben haben. 1966 hätte er damit eine Massenhysterie ausgelöst, als er auf "Bravo-Blitztournee" mit seinen "langhaarigen Spaßvögeln" (die Presse über die Beatles) zwei 25-Minuten-Auftritte im Circus Krone spielte, wovon aber im Gekreisch kaum etwas zu hören war.

50 Jahre später und acht Tage vor McCartneys 74. Geburtstag wird es gesitteter zugehen im quer bespielten Olympiastadion. Auf der überdachten Tribüne und im Innenraum gibt es nur Sitzplätze. Die kosten zwischen 78 und 212 Euro, was um einiges billiger ist als bei den Konzerten in Düsseldorf und Berlin und in etwa so viel wie beim bereits ausverkauften Auftritt Bruce Springsteens eine Woche später. Im "exklusiven Presale" auf McCartneys Homepage und www.eventim.de werden die Karten schon knapp, am Samstag, 12. März, 9 Uhr, startet der allgemeine Vorverkauf. Wer einen Platz ergattert hat, darf sich auf "Hey Jude" und andere Beatles-Hymnen freuen, auf Wings-Songs, auf den Höfner-Bass, Lasershow und Feuerwerk, und wie beim letzten Mal auf Pauls charmantes Bayerisch: "Passt ois?" Passt!

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