Vogel-Plage in der Landeshauptstadt München kapituliert vor den Tauben

480 Tonnen Kot - und das jedes Jahr: Zehntausende Tauben verschmutzen Straßen und Plätze in München. Die Verwaltung weiß nicht, wie sie der Plage beikommen kann. Dabei gäbe es Möglichkeiten. Doch die sind der Stadt zu teuer.

Von Melanie Staudinger

Sie gurren laut, flattern einem um den Kopf herum und verschmutzen Bahnsteige, Gehwege und Straßen: Für viele Münchner sind die 30.000 bis 40.000 Tauben in der Stadt eine nervige Plage. Die Vögel produzieren jährlich etwa 480 Tonnen Kot - und das vornehmlich an belebten Plätzen wie der Münchner Freiheit, dem Hauptbahnhof, dem Goetheplatz oder dem Viktualienmarkt.

Die Stadt hat den Tauben schon vor Jahren den Kampf angesagt. Doch jetzt kapituliert sie: Für Taubenhäuser, aus Sicht des Rathauses die einzig wirkungsvolle Maßnahme zur Reduzierung des Vogelbestands, gebe es kaum geeignete Standorte.

Dabei beweisen private Initiativen, dass der Überpopulation sehr wohl beizukommen ist. Monika Schüllenbach engagiert sich seit Jahren im Tierschutz. Vor allem die Tauben haben es ihr angetan. Warum eigentlich, das weiß sie selbst nicht.

Im August wurde auf ihre Anregung hin ein Taubenschlag auf dem Karstadt-Gebäude an der Münchner Freiheit aufgestellt. "Das Projekt zeigt erste Erfolge", sagt sie. Jeden Tag um die Mittagszeit kommt Schüllenbach auf das Dach, füttert die Vögel und reinigt das Häuschen.

150 bis 180 Tauben fressen dort, ein Dutzend schläft regelmäßig im Taubenschlag, das erste Pärchen brütet. Die Ehrenamtliche kontrolliert die Eier und tauscht sie gegen Attrappen aus. "Die Tauben fliegen jetzt nicht mehr runter auf die Straße, um dort nach Futter zu suchen", sagt sie. Passanten würden weniger belästigt und die Tauben-Population lasse sich reduzieren.

Auf dem Studentenwohnheim in Freimann betreibt das Studentenwerk einen Taubenschlag, auf dem Dach eines Hypo-Vereinsbank-Gebäudes im Arabellapark gibt es ebenfalls einen.

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