Von ihrer Dimension her ist die Aktion bundesweit einmalig: Die Freischaltung des neuen Stellwerks im Westen wird den Zugverkehr im Großraum München tagelang beeinträchtigen.
Für Reisende, aber auch für die Mitarbeiter der Deutschen Bahn werden es aufregende 78 Stunden: Von Freitagabend, 22 Uhr, bis Dienstagfrüh, 3 Uhr, werden in und um den Bahnhof Pasing fünf ältere Stellwerke abgeschaltet und durch ein elektronisches, computergesteuertes Zentralstellwerk an der Donnersbergerbrücke ersetzt. Weil vorher zwischen Lochhausen, Donnersbergerbrücke, Gauting und Obermenzing 415 Signale und 230 Weichen neu eingebaut und geprüft werden müssen, ist der Verkehr auf den Schienen in Pasing in dieser Zeit nur sehr eingeschränkt möglich.
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Nichts geht mehr: Im Münchner Westen werden Stellwerke ausgetauscht. (© Robert Haas)
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Bis voraussichtlich Samstag, 16 Uhr, ist der Pasinger Bahnhof komplett vom Schienennetz abgeschnitten - was sich auf den Schienenverkehr im gesamten Großraum München auswirken dürfte.
Sowohl im Fern- und Regionalverkehr als auch bei der S-Bahn führen diese Arbeiten zu Umleitungen, Zugausfällen und erheblichen Verspätungen. Die S 1 und S 2 werden planmäßig fahren, auch die S-Bahnen, die aus Osten kommen, sollen im Plan fahren - zumindest bis Donnersbergerbrücke oder Laim. Ab Samstagnachmittag, 16 Uhr, werden auch die S 3 und die S 8 Pasing wieder anfahren, Regionalzüge aus Landshut oder Freising enden in Feldmoching.
Züge aus Augsburg fahren nicht über den Haupt-, sondern direkt zum Ostbahnhof, wer aus dem Allgäu kommt, muss in Puchheim oder Geltendorf auf den Bus umsteigen. Fahrgäste aus dem Werdenfelser Land steigen in Gauting in die Busse. Auch der Fernverkehr wird umgeleitet und ist deshalb mindestens 20 Minuten verspätet - manche Züge werden auch gar nicht bis München durchfahren.
Insgesamt hat die Bahn 150 Ersatzbusse im Einsatz. Um die Situation für die Kunden zu erleichtern, hat die Bahn pro Schicht jeweils etwa 80 Servicemitarbeiter abgestellt, die den Reisenden helfen und sie informieren sollen. Die Bahn empfiehlt Fahrgästen, die in den Münchner Westen wollen, bereits am Hauptbahnhof in die Ersatzbusse umzusteigen. Denn vor allem am Zentralen Omnibusbahnhof an der Hackerbrücke, der zur Drehscheibe wird, dürfte der Andrang groß werden.
Für die Bahn sei der Umbau die größte logistische Herausforderung, die es je in München gegeben habe, sagt Bahnmanager Heiko Hamann. Das neue Stellwerk kostete 130 Millionen Euro, 780 Kilometer Kabel wurden verlegt. Die Arbeiten für eines der größten elektronischen Stellwerke Deutschlands haben bereits 2007 begonnen.
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(SZ vom 11.08.2011/sonn)
FKK-Slackliner Alexander Schulz
Die neueste Antwort
Ich kann harrymccool nur beipflichten. Als täglicher Bahnfahrer kann ich fast jeden Tag erleben, wie der angekündigte Service nicht erbracht wird, insb. hinsichtlich Pünktlichkeit.
Und ganz schlimm wird es, wenn der "Normalbetrieb" aus irgendwelchen Gründen nicht mehr funktioniert, also größere Störungen auftreten. Da muss ich mich dann immer an James Dean erinnern, oder besser an den Film "denn sie wissen nicht was sie tun". Brauchbare Informationen für den Kunden - Fehlanzeige. Manchmal wird man sogar falsch informiert. Vor ca. 1/2 Jahr wollte ich vom Ostbahnhof einen Zug nach Mühldorf nehmen. Durchsage am Bahnsteig: "Wegen einer Weichenstörung kann derzeit kein Zug in den Ostbahnhof einfahren, wir informieren Sie sobald die Züge wieder fahren". Gleichzeitig fuhren auf Gleis 1 und Gleis 4 aber zwei S-Bahnen ein. Hab das Ganze kur beobachtet und bis dann auf Gleis 5 - S2 nach Erding kam und ich konnte nach Markt Schwaben fahren. Dort stand ein Zug nach Mühldorf, der wenige Minuten später abfuhr.
Die Information, dass man mit der S-Bahn nach Markt Schwaben und von dort weiter nach Mühldorf fahren konnte, hat man den Fahrgästen am Ostbahnhof verschwiegen - aber dort konnten aussagegemäß ja gar keine Züge fahren. Wie bin ich nur nach Markt Schwaben gekommen?
Der Service der Bahn ist ein Trauerspiel. Und ich teile harrymccools Meinung, dass die Bahn, wenn Sie kein Monopolist wäre, in einem Wettbewerb keine Chance hätte. Und da künftig Busse im Fernverkehr ohne Erlaubnis der Bahn fahren dürfen, wird man sehr schnell sehen, wie die Konkurrenz der Bahn das Wasser abgräbt - zumindest im Fernverkehr.
Spielt es noch eine Rolle, ob dieser Monopolist Geld für 1 Stunde oder 5 Stunden Verspätung kassiert? Ob geplant oder ungeplant, ist doch völlig egal. Der Laden wird nie richtig funktionieren. Bis das neue Stellwerk-Zentrum funktioniert werden weitere 20 Jahre vergehen, in denen die zahlenden Kunden behandelt werden wie Bittsteller. In der freien Wirtschaft ist dieses "Unternehmen" keine drei Tage überlebensfähig.
Es erinnert viel an die Dt. Telekom, ehemals Deutsche Post. Da hieß es auch, ein Ortsgespräch unter 5 Pfenning ist niemals realisierbar. Nach der Öffnung des Marktes waren keine 2 Stunden vergangen und andere Anbieter hatten 1/10 des Preises berechnet. Heutzutage gibt es nur noch Flatrates für's Festnetz. Und genau nach diesem Prinzip stümpert die Bahn. Effizientes Arbeiten ist strikt untersagt. Vermutlich genauso wie der Einsatz von Gehirn...