Verrückter Eisladen in der Maxvorstadt Biereis im Wunderland

Zitrone-Paprika, Augustiner-Bier, Gorgonzola und Mozzarella-Basilikum: Beim "Verrückten Eismacher" gibt es nicht nur ungewöhnliche Sorten - auch die Inneneinrichtung der Eisdiele ist alles andere als gewöhnlich.

Von Laura Bohlmann

Kalt liegt es auf der Zunge und zergeht langsam. Von butterweich-gefroren bis flüssig-erfrischend wechselt das Eis seinen Aggregatzustand. Der Geschmack von Bier macht sich langsam im Gaumen breit. Ein Hauch Süße übertüncht das leicht bittere Aroma. Dann ist das kulinarische Erlebnis die Kehle hinuntergeglitten. Die Geschmacksknospen sind leicht überfordert.

Matthias Münz ist kreativ unterwegs. Er verkauft nicht nur Milcheis, in Herzförmchen lässt er Himbeersirup zu süßem Wassereis erfrieren. Und: Der junge Unternehmer hat seinen Laden mit Motiven aus "Alice im Wunderland" ausgestattet. Ziemlich verrückte Sache.

(Foto: Robert Haas)

Matthias Münz steht mit einem Eislöffel in der Hand hinter seiner Vitrine und schaut erwartungsvoll. "Das Biereis ist der Renner", sagt er.

Seit zwei Wochen sind die Türen des "Verrückten Eismachers" geöffnet. Wer eintritt, wird von einem breit grinsenden jungen Mann mit Hut hinter der Vitrine begrüßt. Matthias Münz ist Inhaber, Eismacher und Verkäufer in einem. Direkt am Hintereingang der Ludwig-Maximilians-Universität in der Amalienstraße zaubert der 25-Jährige seine Eiskreationen. "Bei den Studenten kommt mein Biereis gut an", sagt er und lacht.

Student war er selbst bis vor kurzem. Matthias Münz hat an der Hochschule für angewandte Wissenschaften in München einen Bachelor in Tourismusmanagement gemacht. Seine Abschlussarbeit schrieb er über Eisdielen und setzte sein theoretisches Konzept danach gleich in die Tat um. "Das war so ein Traum von mir, irgendwann mein eigenes Eis zu machen", erklärt er.

Schon als Kind hat der "Verrückte Eismacher" gerne Gelato gegessen. "Da habe ich mir manchmal fünf Kugeln am Tag geholt." Münz fährt mit seiner Zunge über die Lippen - so, als würde der Geschmack aus der Kindheit noch auf ihnen liegen. Irgendwann hat er angefangen, den Eismachern über die Schulter zu schauen. "Ich habe heute viele Freunde in Italien, die haben eigene Eisdielen. Bei denen habe ich mein Handwerk gelernt", erzählt er.

In seiner Küche verwendet der gebürtige Regensburger ausschließlich frische Zutaten. Früchte, Milch und Zuckerarten werden aus regionalem Anbau bezogen, jeden Tag bereitet er eine Eissorte zu. "Mir ist wichtig, dass mein Eis eine gute Qualität hat. Man kann es zwar theoretisch eine Woche oder länger verkaufen, aber dann schmeckt es nicht mehr so gut."

Der 25-Jährige ist mit Leidenschaft bei der Arbeit. Jeden Morgen ab sieben Uhr steht er in seiner Küche. Dort stellt er die Zutaten zusammen, mischt Zucker und Milch hinzu. "Erst entsteht ein Sorbet. Dann wird es erhitzt bevor es in die Eismaschine kommt", erklärt er seine Arbeitsschritte. Die Küche ist blitzblank, große silberfarbene Eimer warten auf ihren Einsatz. "Hygiene ist bei der Eisproduktion wichtig", sagt Münz. Aus seiner Kühlvitrine im Laden wird das fertige Eis dann kugelweise verkauft.