Obwohl die Tarifverhandlungen erst am Anfang stehen: Verdi will für einen Tag "kurz, aber heftig" Kliniken, Kindergärten und Stadtwerke in München bestreiken.
München wird eine Stadt im Ausnahmezustand, "kurz, aber heftig", wie Verdi verspricht: Für den morgigen Mittwoch ruft die Gewerkschaft Beschäftigte aus 23 Betrieben des öffentlichen Dienstes zum Warnstreik auf. Betroffen sind zahlreiche Einrichtungen des öffentlichen Lebens.
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Verdi greift bereits früh in die Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst ein: Am Mittwoch sind Warnstreiks geplant. (© Foto: dpa)
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Die Pflegekräfte der städtischen Kliniken sollen zwischen 6 und 22 Uhr und damit fast den ganzen Tag über in den Ausstand treten. Gleiches gilt für die Straßenreinigung, das Münchenstift und die Kliniken in Haar. Eltern werden sich um eine Betreuung ihrer Kinder kümmern müssen, denn auch die Beschäftigten in städtischen Kinderkrippen, Tagesstätten und Tagesheimen sollen streiken.
40.000 Menschen sind zum Streik aufgerufen
Zudem sind alle Beschäftigten der Stadtwerke zum halbtägigen Streik aufgerufen - bis auf die Beschäftigten des Verkehrsbetriebs MVG, weil für diese ein separater Tarifvertrag gilt. Insgesamt richtet sich der Streikaufruf an bis zu 40.000 Menschen.
Damit greift Verdi also schon in einer frühen Phase der Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst zu einem Rundumschlag quer durch alle Branchen - ausgenommen ist praktisch nur die Müllabfuhr. "Wir wollen klarmachen, dass die Beschäftigten es ernst meinen mit ihrer Forderung", sagt Münchens Verdi-Geschäftsführer Heinrich Birner.
Verdi kämpft bei den bundesweiten Verhandlungen in Potsdam um fünf Prozent mehr Geld. Am Montag endete die zweite Verhandlungsrunde ohne ein Angebot der Arbeitgeber. Vor allem deswegen fällt die Reaktion von Verdi so heftig aus. In München, betont Birner, habe es überdies "zum Teil deutlich höhere Forderungen" als die nun bundesweit geforderten fünf Prozent gegeben.
Deswegen sei eine hohe Streikbereitschaft zu erwarten. Allerdings geht auch der Gewerkschafter nicht davon aus, dass alle zum Streik Aufgerufenen auch tatsächlich die Arbeit niederlegen: "Der Vorlauf war sehr kurz", deswegen werde es nicht überall möglich sein, komplette Belegschaften zu mobilisieren.
Kliniken ohne Notfallplan
Die kurze Frist zeigt sich auch an einem Umstand, der zunächst nicht gerade beruhigend klingt: Es gibt für diesen Warnstreik keinen Notfallplan für die städtischen Klinken, der die Betreuung von Patienten regelt, "das war in der Zeit nicht zu schaffen", sagt Heinrich Birner.
Allerdings versichert er, dass ausreichend Personal in den Kliniken bleiben werde. "Wir haben in den vergangenen Jahren solche Notfallpläne ausgearbeitet und wissen deswegen, wo wie viele Leute benötigt werden", sagt Birner. Die Beschäftigten werden sich also situationsorientiert entscheiden, wer auf die Straße geht.
Eltern sollen spätestens Dienstagabend beim Abholen ihrer Kinder informiert werden, ob die jeweilige Einrichtung bestreikt wird. Ebenfalls am Dienstag fällt die Entscheidung, ob die Straßenreinigung tatsächlich in den Ausstand tritt - Verdi will den Wetterbericht abwarten. Werden für den Mittwoch Schneefälle vorhergesagt, sollen die Straßenreiniger regulär im Dienst bleiben und Schnee räumen.
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@Spaziergänger: Sie haben offensichtlich noch nicht modus operandi von Tarifverhandlungen verstanden. Im Grunde geht's zu wie auf dem Bazar, wo sich Käufer und Händler nach Minimal- bzw. Maximalforderungen irgdendwo in der Mitte einigen. Beide Seiten können durch die Verhandlungen ihr Gesicht wahren und den Kompromiss als Erfolg verkaufen.
So ist es auch den Kolleginnen und Kollegen im Öff. Dienst zu wünschen. Ein Abschluss von zwei bis drei Prozent deckt meist gerade so die Einkommensverluste durch die Inflation. Wird darauf verzichtet, haben die Menschen am Ende weniger Geld in der Tasche.
finde ich genauso überzogen, wie die geforderten 5%.
bei allem respekt, aber:
es ist IMMER kriese, es wird IMMER zu wenig verdient, und wir exportweltmeister sind IMMER viel zu teuer im internationalen vergleich (deshalb sind wir ja exportweltmeister (gewesen)). und in ein paar monaten können wir dann wieder lesen, in welche taschen die gewinne gewandert sind und wo sie verzockt wurden.
währenddessen geht und der anreiz auf leistung und bildung flöten. von der kaufkraft ganz zu schweigen, wenn man mal von klingeltönen absieht.
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toll. in zeiten der krise und steigender arbeitslosigkeit wird mal wieder mehr geld gefordert. ausgetragen auf dem rücken der verbraucher, die einerseits akut betroffen sind und dann hinterher auch noch die kosten in form von erhöhten gebühren tragen müssen. besonders für diejenigen, die derzeit ohne arbeit sind muss das ein schlag ins gesicht sein.