Wegen Vergewaltigung, sexueller Nötigung und gefährlicher Körperverletzung ist ein 57 Jahre alter Angeklagter vom Landgericht München I zu sechs Jahren Haft verurteilt worden.
Der Computerfachmann hatte zwischen 1997 und 2003 sechs Frauen mit Betäubungsmitteln im Rotwein willenlos gemacht, sie sexuell missbraucht und fotografiert.
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Die Aktenlage habe auf eine zweistellige Strafe hingedeutet, sagte die Vorsitzende Huberta Knöringer. "Aber dafür hätte der Prozess mit der Vernehmung aller Opfer durchgeführt werden müssen.
Unser Bestreben war, den Frauen die Aussage zu ersparen". Die von der Staatsanwaltschaft beantragte Sicherungsverwahrung wurde nicht ausgesprochen.
Ein Psychiater hatte die Rückfallgefahr als gering eingestuft, nachdem die "Lebenslüge" des Angeklagten in sich zusammengefallen sei.
Der seit einem schweren Unfall arbeitsunfähige 57-Jährige "wollte mehr scheinen als er war". Er habe sich in seinem Geltungsbedürfnis als BND-Agent ausgegeben und ein Medizin-Studium vorgetäuscht.
Laut Urteil umgab er sich mit Professoren, inzwischen ist er mit einer Archäologin im Staatsdienst verheiratet. Er soll auch mit höheren Polizeibeamten verkehrt haben.
Zu den Verbrechen führte Knöringer zufolge der Wunsch des Angeklagten nach Macht über Frauen in Verbindung mit einer Geringschätzung für Frauen.
"Das besonders Perverse an seinen Taten war das Fotografieren und Katalogisieren der Opfer", so die Richterin. Die Aufnahmen wurden in seinem Computer entdeckt.
Auf der Festplatte waren außerdem Tausende von Kinderpornos gespeichert. Deswegen steht dem Angeklagten am kommenden Montag ein weiterer Prozess vor einer anderen Strafkammer des Landgerichts bevor.
(dpa)
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