Wie lässt sich so eine Wahnsinnstat verhindern? Was geht in den Tätern vor? Experten diskutieren im Justizministerium über die Ursachen von Amokläufen und Möglichkeiten der Prävention.
Ein "Mof" ist arm dran. Ein "Mof" ist kein Außerirdischer, und doch behandeln ihn viele, als wäre er einer. Ein "Mof" ist, im Jargon der Jugend, ein "Mensch ohne Freund", ein Außenseiter, einer, über den die anderen reden. Auf die Idee, mit ihm zu reden, kommt fast niemand. Das tut weh. Und so wird aus dem einsamen Mensch womöglich ein gefährlicher, einer, der sich irgendwann mit Gewalt in den Mittelpunkt stellen will. Und sei es nur für die letzten Minuten seines Lebens.
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Wie lassen sich Amokläufe wie zuletzt an der Schule in Winnenden verhindern? (© Foto: ddp)
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Kriminalpsychologe Adolf Gallwitz erklärt diese Form von gesellschaftlicher Ausgrenzung bei einem Expertenhearing im bayerischen Justizministerium. Ministerin Beate Merk (CSU) hat geladen, um mehr zu erfahren über Amokläufe von Jugendlichen. Was geht in den Tätern vor? Wie lässt sich so eine Wahnsinnstat verhindern? Doch zunächst geht es um die Begriffsklärung: Wann ist eine Gewalttat ein Amoklauf?
Den Exzess der drei Schweizer Schüler, die vergangene Woche offenbar grundlos mehrere Menschen schwer verletzten, hat ein Staatsanwalt als Amoklauf bezeichnet, und die Experten in Merks Runde geben ihm recht: Die Übergänge seien fließend zwischen exzessiver, scheinbar spontaner Gewalt und dem klassischen, geplanten Amoklauf. "Es gehört zusammen", sagt Jugendpsychiater Franz Joseph Freisleder.
So diskutieren die Experten allgemein über Gewaltprävention und sind sich einig, welche Risikofaktoren oft zusammentreffen: Frustration, Ausgrenzung, Kränkung, und wenn ein Jugendlicher dann noch täglich Killerspiele konsumiert und eine Waffe im Haus ist, sei die Hemmschwelle gefährlich niedrig.
Gewalt als Spaßfaktor
Die Diagnose ist also recht eindeutig, auch, dass Gewalt ein Spaßfaktor ist und ausufert, dass immer mehr Mädchen immer gewalttätiger werden und immer mehr Eltern all dem hilflos gegenüberstehen. Was aber tun? Hilft es, wie Gerd Engelhardt, Jugendrichter in Fürth, anregt, die Strafmündigkeit von 14 auf zwölf Jahre herabzusetzen, um Kindern früher den Ernst ihrer Taten klarzumachen? "Sie werden nicht zur Rechenschaft gezogen, das wissen sie ganz genau", sagt er über die ganz Jungen. Allein, eine konkrete Vorstellung, wie ein Zwölfjähriger zu bestrafen sei, habe er auch noch nicht. Derzeit behelfe er sich bisweilen damit, nichtstrafmündige (Mit-)Täter als Zeugen vorzuladen, um sie bei dieser Gelegenheit ins Gebet zu nehmen.
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Die neueste Antwort
Es ist schwierig mit Ihnen. Ich habe nicht DIE Gesellschaft bzw. überhaupt Jemandem die Schuld gegeben. Das ist Ihr Part. Es geht nicht um Schuld. Es geht um Schutz für ALLE, Ehrlichkeit und Mut. Auch den Mut ehrlich in sein eigenes kleines Idyll zu sehen und festzustellen, dass es doch nicht so idyllisch ist.
Heil durch die Pubertät zu kommen, ist sicher nicht nur Glück, aber Sie haben Glück, wenn Ihre Kinder diese schwierige Zeit einigermaßen heil überstehen.
Um auf meinen eigentlichen Ansatz zurückzukommen: Lasst uns den Jugendlichen das Gefühl vermitteln, wie Ernst wir sie, ihre Belange nehmen, ihnen von Geburt an mit Respekt
begegnen ohne sie als Kompensationsprojekt zu missbrauchen.
Dann haben wir eine gute Chance, dass unsere Kinder sich nicht in die Sprachlosigkeit
hineinwühlen.
Amokläufer sind (gottseidank!) absolute Einzelfälle. Daher ist es nicht richtig, der kompletten Gesellschaft die Schuld daran zuzuweisen.
Sie haben allerdings Recht, wenn es um das "Mitreden von Kindern bei der Prävention" geht. Zumindest meine Kinder sind da eingebunden, ferner nehmen wir uns für unsere Kinder stets genügend Zeit, ihnen ein intaktes Familienleben zu bieten. Leider machen das immer weniger Eltern, die Karriere ist oft wichtiger und die Kinder werden zu Tagesmüttern usw. abgeschoben. Der Stress, dem die Kinder im verkürzten Abitur ausgesetzt werden, tut ein übriges, soziale Gefüge zu schwächen. Hier ist (im Bezug auf die Schuldauer) der Gesetzgeber gefragt, zum wesentlichen Teil aber die Eltern.
ABER auch vor Jahrzehnten, also zu Zeiten einer wahrscheinlich sozial intakteren Generation, gab es Amokläufe! Und schauen Sie mal, wie "berühmt" der feige, widerliche Mörder von Winnenden wurde!!! Und genau DAS wollen die Typen: endlich mal im Mittelpunkt stehen!
Warum so aufgebracht? Klingt sehr nach Stammtisch und zeigt mir,
dass ich nicht ganz so Unrecht habe. Lässt man die Jugendlichen in der PRÄVENTION mitreden, würde es weniger körperlich und seelisch Verstümmelte und deren Angehörige geben, um die Sie sich dann kümmern müssen.
Es geht nicht darum, Entschuldigungen zu suchen und die Opfer zu übersehen.
Alles in einer Diskussion auf einmal abzuarbeiten, ist unlauter.
unzulässige Verallgemeinerungen!
Ferner blasen Sie wieder ins gleiche Horn wie so viele: Amokläufer, Kinderschänder, Kanibalen, Kofferbomber, Flugzeugentführer usw. sind im Grunde keine feigen Dreckschw... Sondern Helden. Leute wie Sie betreiben erheblichen Aufwand, diese EINZELFÄLLE zu verstehen, ihr Verhalten zu erklären und der Öffentlichkeit weiss zu machen, dass diese "Opfer" nicht anders handeln konnten und die Gesellschaft an den Morden schuld sein soll.
Sorgen Sie sich lieber um die Verstümmelten (seelisch wie körperlich), die eine solche Tat überleben durften und um die Hinterbliebenen der Ermordeten! DAS sind die Opfer. Vielleicht kapieren Sie es auch noch irgendwann.
Und was hat diese Gesprächsrunde nun gezeigt, außer, daß man recht konzeptlos an die Sache herangeht und den Schwanz einzieht, wenn eine Maßnahme auch nur im Entfertesten Kosten generieren könnte.
Paging