Ungelöste Mordfälle in München Missbraucht und erdrosselt

Eine Gedenktafel erinnert an der Braunauer Eisenbahnbrücke an der Isar an den Mord an der acht Jahre alten Michaela Eisch vor 26 Jahren.

An der Isar wurde die kleine Michaela 1985 missbraucht und erdrosselt. Mehr als 20 Jahre später forderte die Polizei 1750 Männer zu einem Speicheltest auf - ohne Erfolg. Doch der Fall der Achtjährigen ist nicht der einzig ungelöste Mord in München.

Von Susi Wimmer

Dem Mörder die Tür geöffnet

Es ist der jüngste, noch offene Fall, den die Mordkommission derzeit bearbeitet: Der Tod der 69-jährigen Witwe Inge Wittersheim. Weil ein Bekannter sich Sorgen um die Frau machte, öffnete die Polizei am 10. Oktober ihre Wohnung an der Cornelius-/Ecke Müllerstraße und entdeckte die Leiche der Frau. Inge Wittersheim war etwa zwei Tage zuvor durch "Gewalteinwirkungen gegen Hals und Oberkörper" zu Tode gekommen. Die Kripo konnte keine Einbruchsspuren entdecken - Inge Wittersheim muss ihrem Mörder selbst die Türe geöffnet haben. Obwohl die Frau mit den auffällig roten Haaren fast täglich über den Viktualienmarkt bummelte, gingen bei der Polizei kaum Hinweise ein, die Aufschluss über ihre Bekanntschaften oder Aktivitäten gaben.

Tod am Steuer

Der Tod von Maria-Luise Artmeier jährt sich im kommenden Jahr bereits zum 40. Mal, und er bleibt für die Polizei ein Rätsel. Am 25. Juni 1974 schleudert nachts um 23 Uhr ein roter Ford Escort unkontrolliert über die Schleißheimer Straße, erfasst zwei Passantinnen und bliebt im Trambahnhochgleis hängen. Hinter dem Steuer des Wagens sitzt blutüberströmt die sterbende Maria-Luise Artmeier, 25 Jahre alt. Ihr Mörder stach ihr mit einem Messer direkt ins Herz, die Ärzte können das Leben der jungen Frau nicht mehr retten. Was sich vorher abgespielt hat, kann nicht mehr geklärt werden. Die Obermenzingerin war mit Freunden beim Essen, stieg dann in ihr Auto an der Wertherstraße. Dort muss ihr ihr Mörder aufgelauert haben und in den Wagen gestiegen sein.

Leichen im Keller

Bei Kapitalverbrechen ist die Aufklärungsquote der Münchner Ermittler hoch, doch nicht immer erwischt die Polizei die Täter. An die 50 ungeklärte Morde haben sich seit den Siebzigerjahren angesammelt. Doch Mord verjährt nicht - auch deshalb werden die geschlossenen Akten unaufgeklärter Fälle immer wieder durchforstet. Von Susi Wimmer mehr ...

Missbraucht und erdrosselt

Es war die erste DNA-Reihenuntersuchung in München. Doch auch sie führte nicht zur Aufklärung eines lange zurückliegenden Mordes an einem Kind: 2011 forderte die Polizei 1750 Männer zu einem Speicheltest auf. Die Kripo wollte 26 Jahre nach dem Mord an der achtjährigen Michaela Eisch endlich den Täter überführen. Das Kind sollte am 17. Mai 1985 seine Mutter von der Arbeit abholen, durfte erstmals alleine U-Bahn fahren, vom Michaelibad zum Hauptbahnhof. Doch das Mädchen kam nie bei der Mutter an. An der Wittelsbacherstraße, unterhalb der Braunauer Eisenbahnbrücke, wurde die Achtjährige missbraucht und erdrosselt, vier Wochen später fand man ihre Leiche. Noch heute erinnert ein Mahnmal an den Mord.