Umbau der Gaststätte Operation Donisl

Schlechte Bausubstanz: Mitte 2013 startet der Rohbau.

Im Zweiten Weltkrieg komplett zerstört, dann rasch wieder aufgebaut: Die Bausubstanz des "Donisl" am Marienplatz ist entsprechend schlecht. Deswegen wird die Traditionsgaststätte jetzt komplett neu aufgebaut - sogar Neuerungen sind geplant.

Von Astrid Becker

Ein wenig traurig wirkt sie schon: Therese Wildmoser gibt nach 27 Jahren zum 31. Dezember den "Donisl" auf. Anfang 2013 will die Eigentümerin der Immobilie, die Bayerische Hausbau, das gesamte Gebäude bis auf die Fassade drei Jahre lang vollkommen neu bauen. Die Hacker-Pschorr-Brauerei, der in der Folge der Innenausbau der Gaststätte obliegt, will sich mit einem neuen Konzept ein Flaggschiff im Herzen der Stadt errichten. Eröffnet werden soll der neue Donisl dann Ende 2015.

Schon seit Jahren denkt man offenbar bei der Bayerischen Hausbau, die wie die Brauerei zur Schörghuber Unternehmensgruppe gehört, über die Zukunft des "Donisl" und des gesamten Gebäudes nach. Aus einfachem Grund: Das Haus war im Zweiten Weltkrieg durch einen Bombenangriff zerstört und danach "sehr schnell" wieder aufgebaut worden, wie Hacker-Pschorr-Chef Andi Steinfatt sagt: "Man kann sich also vorstellen, wie schlecht die Bausubstanz wirklich ist."

Doch zunächst wurden sämtliche Überlegungen fallen gelassen. Gleich zweimal sei die Familie Wildmoser "eingesprungen", wie es Steinfatt formuliert, und habe die Wirtschaft weitergeführt. Im vergangenen Jahr fiel dann die Entscheidung, viele Millionen Euro in den Standort zu investieren und damit die zweitälteste Gaststätte der Stadt zu erhalten.

Die Verhandlungen mit den zuständigen Behörden zogen sich aber offenbar in die Länge. Strittig war dem Vernehmen nach die Frage, ob die Fassade des Hauses mit ihrem charakteristischen Gemälde des Künstlers Max Lacher und ihrem Löwensteinrelief erhalten werden muss.

Bereits am 31. Dezember wird nun das Haus geschlossen. Bis Mitte Januar will Therese Wildmoser die Gaststätte ausräumen. Gleich danach sollen die ersten Arbeiten im Inneren des Gebäudes erfolgen, der Beginn des Rohbaus ist von Mitte 2013 an geplant.

Das neue Gebäude wird, wie gehabt, im Erdgeschoss und im ersten Obergeschoss eine Gaststätte mit rund 500 Sitzplätzen beherbergen. Zusätzlich werden auf der Rückseite und vor dem Gebäude insgesamt rund 100 Plätze im Freien geschaffen. Vom zweiten bis zum fünften Obergeschoss werden Büros auf 1100 Quadratmetern Geschossfläche entstehen.

Zwei Millionen Euro nötig

Die neue Gaststätte soll Steinfatt zufolge Tradition und Moderne, Gemütlichkeit und Zeitgeist, Bierkultur und städtisches Flair miteinander vereinen. Besonderen Wert legt er dabei auf Holzfassausschank und die Verwendung natürlicher Materialien wie Holz, Stein und "ein wenig Edelstahl".

Für die Gesamtplanung haben Bauherr und Brauerei das Münchner Büro "Hild und K Architekten" beauftragt. Deren Entwürfe sollen erst im Frühjahr präsentiert werden. Fest steht aber bereits jetzt, dass die Baustelle eine der aufwendigsten in der Geschichte der Stadt werden wird: Wegen ihrer Lage in der Innenstadt und zwischen zwei anderen Gebäuden kann hier kein schweres Gerät eingesetzt werden: "Das wird eine Schubkarren-Baustelle", sagt Steinfatt, der nun hofft, erfahrene und auch gut situierte Wirte zu finden. Bis zu zwei Millionen Euro werden die Nachfolger mitbringen müssen, um sich hier eine funktionierende Gastronomie aufbauen zu können.

Die Familie Wildmoser wird dennoch nicht aus der Innenstadt verschwinden: Sohn "Heinzi" betreibt noch das Restaurant "Am Marienplatz". Und auch seine Mutter Therese, denkt mit ihren 74 Jahren nicht ans Aufhören: "Emotional ist der Auszug schon schwierig", sagt sie, "aber ich habe noch viele Pläne und ja auch meine Hühner- und Entenbraterei auf der Wiesn."