Von Stephan Handel

Mit einem Trick verschaffte sich der Mann Zutritt zum Frauenhaus, er trat die Wohnungs- und die Badezimtür ein und verletzte seine Exfreundin knapp unter dem Herzen.

Wegen eines Angriffs auf seine Lebensgefährtin im Frauenhaus der Schauspielerin Jutta Speidel muss der 44-jährige Bülent A. für sieben Jahre ins Gefängnis: Das Schwurgericht verurteilte den Deutsch-Türken am Dienstag jedoch nicht, wie von der Staatsanwaltschaft beantragt, wegen versuchten Mordes, sondern wegen gefährlicher Körperverletzung.

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Zwei Monate waren Bülent A. und Oxana Z. ein Paar. Im Februar 2006 jedoch trennte sich die 33-jährige Polin wieder von ihm. Am 10. März des vergangenen Jahres fuhr Bülent A. zum Frauenhaus "Horizonte" am Harthof, das von der Schauspielerin Jutta Speidel betrieben wird.

Mit einem Trick verschaffte er sich Einlaß und verletzte schon auf dem Weg zur Wohnung der Frau den Hausmeister. Oxana Z. jedoch öffnete die Tür nicht - Bülent A. brach sie auf, ebenso die Badezimmertür, wohin sich die Frau geflüchtet hatte. Mit einem Stichwerkzeug, das nicht gefunden werden konnte, versetzte er ihr eine Wunde knapp unter dem Herzen, vier Zentimeter tief. Dann flüchtete er, wobei er zwei weitere Bewohnerinnen des Hauses mit Tränengas verletzte.

Das Gericht wertete den Stich nicht als Mordversuch, weil der Täter danach vom Opfer abgelassen habe - somit freiwillig "vom Versuch zurückgetreten" sei. Deshalb wurde er wegen gefährlicher Körperverletzung verurteilt.

Der Angeklagte habe es "nur glücklichen Umständen zu verdanken", dass sein Opfer nicht getötet wurde, hieß es in der mündlichen Urteilsbegründung. Die Tat sei der Wut über die von der Frau beschlossene Trennung entsprungen: "Er ärgerte sich, dass sie und nicht er den Gang der Dinge bestimmte."

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(SZ vom 24.1.2007)