Die gute Nachricht: Der Streik im öffentlichen Nahverkehr fällt aus. Nun droht allerdings ein Preisanstieg bei U-Bahn, Tram und Bus.
Wer am Wochenende schon überlegt hat, wie er am Dienstag in die Arbeit kommen soll, kann aufatmen: Die angekündigten Streiks im Nahverkehr sind abgesagt. Laut dem Chef der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG), Herbert König, drohen nun aber höhere Preise bei U-Bahnen, Tram und Bussen.
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Mehr Geld für die Fahrer: Gewerkschaften und Kommunaler Arbeitgeberverband (KAV) einigten sich ab Samstag. (© Foto: Robert Haas)
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Die Augsburger Bus- und Straßenbahnfahrer hatten die Arbeitsniederlegung bereits am Wochenende vorexerziert. Doch nicht allein ihr Kampfeswille hat derart großen Druck auf die Arbeitgeber ausgeübt, dass sich Gewerkschaften und Kommunaler Arbeitgeberverband (KAV) am Samstag einigten. Vor allem der angekündigte Streik in den Fröttmaninger U-Bahn-Werkstätten war eine gewaltige Drohung.
Eine Arbeitsniederlegung dort bemerken zwar die Fahrgäste nicht unmittelbar. Doch weil die Fremdfirmen weiter bezahlt werden müssen, käme es für die MVG richtig teuer. "Das hätte uns ins Mark getroffen", sagt Reinhard Büttner. Er ist Personalgeschäftsführer bei den Münchner Stadtwerken (SWM) und war bayernweit Verhandlungsführer auf Arbeitgeberseite.
Schmerzhaft, aber verkraftbar
Das Ergebnis sei für die Arbeitgeber zwar schmerzhaft, so Büttner, doch aus Sicht der Münchner Stadtwerke "verkraftbar". Die Aktion Münchner Fahrgäste nahm die Einigung "mit großer Erleichterung" zur Kenntnis. Doch ob die Münchner langfristig von dem Tarifabschluss profitieren, wird sich erst zeigen.
Noch ist unklar, ob die MVG die Mehrkosten auf die Kunden umlegt und die Fahrpreise erhöht. MVG-Chef König machte im Gespräch mit der SZ am Sonntag denn auch keinen Hehl daraus, dass die nun höheren Betriebskosten eine Fahrpreiserhöhung nach sich ziehen könnten.
Ob die MVG eine entsprechende Forderung im Verbundrat des MVV stellen wird, werde man erst nach Abschluss der internen Finanzberechnungen wissen. In welcher Höhe die Tarife steigen könnten, hängt nicht allein von der MVG ab. Dazu, so König, müsse man auch den jüngsten Tarifabschluss bei den Lokführern der S-Bahn berücksichtigen. Eine abschließende Entscheidung fällen die Gesellschafter des MVV, also Freistaat, Stadt München und MVV-Landkreise.
Während der Tarifverhandlungen hatte König einen Einstellungsstopp verhängt und offen gelassen, ob die befristeten Verträge von rund 60 Fahrern in unbefristete umgewandelt werden. Eine Aufhebung des Einstellungsstopps hält Büttner nun zumindest für möglich. Die befristeten Verträge werde man nun überprüfen.
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(SZ vom 23.03.2009/pfau)
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Die neueste Antwort
Die Energiepreise fallen seit Monaten ... warum senken die Verkehrsbetriebe die Preise für die Fahrkarten nicht?
Das wären mal so richtig positive Nachrichten vom MVV ... und die Fahrgäste würden sich darüber mal so richtig freuen.
Wenn der Vorsitzende eines ehemals öffentlichen Betriebes im Besitz eines faktischen Monopols die bodenlose Unverschämtheit besitzt, sich inmitten einer der größten Finanzkrisen die Bezüge vom Aufsichtsrat um 50% erhöhen zu lassen und gleichzeitig nach einer offenbar nur durch Streik zu erzwingenden Inflationsanpassung der Gehälter der Mitarbeiter diese augenblicklich öffentlichkeitswirksam als Drohung den Fahrgästen gegenüber instrumentalisiert, bekommt man glaube ich einen ungefähren Eindruck davon, was die Neocons in solchen Positionen anrichten können.
Wenn ihr mal wieder mehr Gehalt wollt, dann schickt doch einfach die Kontrolleure ganz offiziell in Streik! Die U-Bahnen fahren weiter, der Bürger leidet nicth drunter, darf sogar umsonst fahren und die Stadt kommt so richtig unter Druck. So, wie ihr das jetzt organisiert, ist das genau falsch rum...
Ich fahre im Winter mit dem Auto in die Arbeit, obwohl es natürlich ökologischer wäre, den MVV zu nutzen. Leider spricht für mich sowohl der zeitlich höhere Aufwand sowie der Preis dagegen. Das Benzingeld ist doch tatsächlich weniger als was ich für eine Monatskarte für den MVV ausgeben müsste. Wäre der MVV deutlich günstiger, würde ich sogar 10 Minuten längere Anfahrt in Kauf nehmen. Okay, wenn man die Unpünktlichkeit der S-Bahn betrachtet und dann auf Anschluss angewiesen ist... vielleicht doch nicht MVV.
Der MVV will seine Kunden mit dieser Preistreiberei anscheinend lieber loswerden.
Egal ob Energie-, Personal- oder sonstige Kosten.
Es ist doch vollkommen klar, dass der Kunde (Fahrgast) das bezahlen muss. Wer sonst?
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