Von Dominik Hutter

Das könnte kritisch werden. Wenn schon die MVG die Werbetrommel fürs Fahrrad rührt und von der U-Bahn-Benutzung abrät, muss man wohl mit echten Verkehrsengpässen rechnen beim heutigen Zusatz-Fanfest auf der Theresienwiese.

Das Problem: Der U-Bahn-Transport zur WM ist mit "normalen" Wiesnverhältnissen nicht zu vergleichen. Denn zu Oktoberfestzeiten kann sich die MVG auf die Linien U4 und U5 konzentrieren und muss nicht, wie heute der Fall, gleichzeitig noch die Strecken Richtung Olympiapark und Leopoldstraße verstärken.

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Auf denen wird jetzt, die Masse macht's, das Hauptaugenmerk der MVG liegen. U3 und U6 werden also verdichtet, während U4 und U5 nach Fahrplan rollen. Und der sieht nicht allzu verheißungsvoll aus: Die U4 fährt die Theresienwiese nach 20.30Uhr gar nicht mehr an, die U5 kommt abends nur alle zehn Minuten. "Wir sind einfach am Ende unserer Personalkapazitäten", bedauert MVG-Chef Herbert König. Deshalb wird die U5 auch, unabhängig vom Spielverlauf, zum ganz normalen Betriebsschluss dichtgemacht - die ohnehin seit Wochen stark eingespannten Fahrer müssen ihre vorgeschriebenen Ruhezeiten einhalten, um am Mittwoch wieder antreten zu können. Immerhin: König hat, mit Unterstützung der Stadt, die allerletzten Personalreserven zusammengekratzt, so dass zumindest ein paar Zusatzzüge auf der U4/U5 fahren können. Wie viele, wagt König nicht vorherzusagen.

Theresienwiesen-Besucher sollten daher nach Möglichkeit auf andere Verkehrsmittel ausweichen. Zum Beispiel, vor allem bei der Heimfahrt, auf U3 und U6, die an Goetheplatz und Poccistraße halten. Oder auf die einen 15-Minuten-Marsch entfernte S-Bahn-Station Hackerbrücke, die in kurzen Abständen und im 24-Stunden-Betrieb angefahren wird. Abzuraten ist hingegen von Tram und Bus - deren Kapazität ist einfach zu gering.

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(SZ vom 4.7.2006)