TU als Träger-Uni Die Hochschule für Politik zieht um

Die Eon Zentrale in der Brienner Straße.

(Foto: Robert Haas)
  • Zum Wintersemester 2016/2017 startet der Bachelor of Science in Politikwissenschaft an der umgestalteten HfP.
  • Unter der Trägerschaft der TU München wird sich einiges ändern.
  • Wegen Streitigkeiten mit der LMU übertrug der Landtag 2014 per Gesetz die Trägerschaft an die TU.
Von Jakob Wetzel

Die neue Hochschule für Politik (HfP) nimmt Gestalt an: Mittlerweile ist nicht nur die Standort-Entscheidung gefallen, wie die Technische Universität (TU) als neue Trägerin der Hochschule mitteilt. Hochschulbeirat und Senat der HfP haben nun auch den ersten Studiengang der reformierten Hochschule verabschiedet, einen Bachelor of Science in Politikwissenschaft.

Er muss noch von der Staatsregierung bewilligt werden; zum Wintersemester 2016/2017 soll er erstmals angeboten werden. Zudem klären sich derzeit die zentralen Personalien: Die Berufungsverhandlungen für die sechs neuen Professuren der Hochschule stehen offenbar vor dem Abschluss. Der Vorsitzende des Hochschulbeirats steht bereits fest.

HfP wechselt zur TU

Nach langen Kontroversen geht die Hochschule für Politik aus der Trägerschaft der LMU an die TU über. Vor zwei Jahren hatte TU-Präsident Herrmann eine solche Anbindung noch abgewehrt. Doch nun hat der Bayerische Landtag ein Machtwort gesprochen. Von Sebastian Krass mehr ...

Mitte 2016 wird die HfP in das "Brienner Forum" an der Brienner Straße ziehen, also in unmittelbare Nachbarschaft zum Lenbachhaus und in die Nähe des TU-Innenstadtcampus. Die Hochschule werde die ehemaligen Räume von Eon Bayern nutzen. Der Mietvertrag sei unterschrieben, heißt es aus der TU.

Was sich ändert

Das bisherige Gebäude der HfP an der Ludwigstraße sei für den Betrieb nach der Reform und der Erweiterung der Hochschule zu klein. Tatsächlich wird die reformierte Hochschule zumindest personell kaum mit der alten HfP zu vergleichen sein: Während ihrer Zeit in Trägerschaft der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) hatte die Hochschule etwa keine eigenen Lehrstühle.

Die neue HfP wird inklusive des künftigen Rektors über sechs Lehrstühle verfügen. Wer auf diese berufen wird, solle sich bis Februar entscheiden, teilt die TU mit. Der aus hochschulinternen und -externen Mitgliedern bestehende Berufungsausschuss habe aus 350 Bewerbungen aus dem In- und Ausland acht Wissenschaftler ausgewählt.

Sämtliche verbliebenen Bewerber hätten bereits internationale Erfahrung. TU-Präsident und HfP-Reformrektor Wolfgang Herrmann führe noch die Berufungsverhandlungen. Damit die Posten aber rechtzeitig besetzt werden können, habe der bayerische Landtag bereits dem erweiterten Budgetansatz der HfP zugestimmt.

Welche Personalien schon klar sind

Eine wichtige Personalie steht zudem bereits fest: Der neue Hochschulbeirat der HfP hat Manfred Bischoff zu seinem Vorsitzenden gewählt, den Aufsichtsratsvorsitzenden der Daimler AG. Seine Stellvertreterin ist die TU-Soziologin Elisabeth Wacker.

Die seit 1950 bestehende HfP ist eine Besonderheit in der bayerischen Hochschullandschaft: Sie ist zwar eine eigene Körperschaft des öffentlichen Rechts, aber keine selbständige Hochschule; deshalb benötigt sie eine Trägeruniversität.

Lange nahm die LMU diese Rolle ein. Nach diversen Auseinandersetzungen übertrug der bayerische Landtag dann 2014 per Gesetz die Trägerschaft an die TU. Dort soll sie sich als "Bavarian School of Public Policy" den Wechselwirkungen zwischen Politik, Gesellschaft und Technik widmen - und so auch das geisteswissenschaftliche Profil der TU schärfen.

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