TSV 1860"Die Westkurve ist Heimat"

Warum hält man einem Chaos-Verein wie dem TSV 1860 über Jahrzehnte die Treue? Sechzger-Fans erzählen über den Mythos Löwen und was für sie Heimat bedeutet. 

Ferdinand Pongratz, München

Ich wohne im Hasenbergl. Beruflich mache ich Umzüge, ich schleppe Möbel und Kisten. Ein harter Job, aber man gewöhnt sich dran. Die Westkurve ist Heimat. In der Westkurve, da habe ich einfach mal nichts zu tun, da kann man sich von der Stimmung und den Gesängen mitreißen lassen. Bei den Sechzgern war immer schon so eine Mentalität im Stadion drin, das ist phänomenal. Sechzig ist schon noch ein Arbeiterverein, anders als die Bayern. Ich bin Löwenfan seit 37 Jahren, seitdem mein Papa mich zu einem Benefizspiel mitgenommen hat - Sechzig gegen den TSV München Ost. In dieser Saison war ich in jedem Heimspiel und bei 90 Prozent der Auswärtsspiele. Ich habe Auf- und Abstiege mitgemacht. Fußball gehört inzwischen zu meinem Leben dazu, ich kann es mir anders gar nicht mehr vorstellen. Früher bin ich mit dem Hut auch zum Arbeiten gegangen, die ganzen Sticker habe ich fast alle von Kunden bekommen.

Bild: Sebastian Beck 30. November 2017, 16:092017-11-30 16:09:58 © SZ.de/bica