Tadelloser Mann: Er gilt als einer der besten Abwehrspieler Afrikas - nun spielt Radhouane Fehli, 25, bei 1860.
Das Problem, das Deutschland hin und wieder hat, ist, dass das Wetter nicht immer der beste Botschafter ist. Wenn ausländische Touristen etwa unter dicken Wolken schlendern müssen, nehmen sie diesen Eindruck mit, selbst Jahre später können sie davon berichten, wie unerfreulich die Witterungsbedingungen waren.
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Deutschland, München, 1860, das ist immer noch eine gute Bühne für Spieler, um sich zu entwickeln und um auf sich aufmerksam zu machen. (© Foto: Imago)
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Radhouane Fehli, der einmal Düsseldorf, Köln und Berlin besucht hat, vor Urzeiten, ist aber viel zu höflich, um sich darüber zu beklagen. Spricht man mit ihm, sagt er nur Nettes über unser kleines Land, "the people are nice", betont er sanft, und dass es für ihn eine große Ehre sei, "a big honour", hier in München für "eighteensixty" zu spielen.
Für eine wichtige Rolle eingeplant
Fehli bringt tadellose Umgangsformen mit, mit ihm könnte man jederzeit bei der Königin von England zum Tee vorbeischauen, ohne sich zu blamieren. Das ist insofern schon mal gut zu wissen, weil es ansonsten noch nicht viel zu urteilen gibt über den Tunesier, den der TSV 1860 München für diese Zweitliga-Saison verpflichtet hat und der von Beginn an eine wichtige Rolle einnehmen soll.
Fehli, 25, geboren in Meknassi, gilt zwar als einer der besten Abwehrspieler Afrikas, er ist tunesischer Nationalspieler, aber seine Station bei 1860 ist seine erste im Ausland. Ob er Erfolg haben wird, muss man abwarten; Chancen, sich zu beweisen, wird er genug erhalten. Er ist fest in der Innenverteidigung eingeplant.
Miki Stevic, der Sportchef des Fußballzweitligisten, hat ihn vom tunesischen Spitzenklub Étoile Sportive du Sahel geholt, damit neben Mate Ghvinianidze, dem zweiten Innenverteidiger, ein Spieler agiert, der dessen Schwächen ausgleicht. Fehli soll die Abwehr dirigieren, auf souveräne Art, er soll das Spiel mit strategisch sinnvollen Pässen eröffnen und auch mal - bei Standardsituation - nach vorne gehen. All das kann Ghvinianidze nämlich nicht. Der Georgier gehört zur Spezies Nahkampfringer, der den ins All beförderten Befreiungsschlag ebenso perfekt beherrscht wie ein Tackling am Rande der Legalität. Schön sieht das nicht immer aus, aber dafür ist ja Fehli jetzt da. Die neue Abwehr soll an Spielkultur zulegen.
Fehli lebte praktisch sein ganzes Fußballerleben in Sousse, spielte nur für einen Verein, die populäre Mannschaft von Étoile du Sahel, stieg dort stetig in der Hierarchie auf, bis er Kapitän war und ins Nationalteam berufen wurde. Diverse Titel hat er errungen, in der Meisterschaft, im Pokal, das weckte natürlich auch Begehrlichkeiten in Europa, wo Ausnahmefußballer stets willkommen sind.
Angeblich hatte sogar der FC Bayern Interesse an Fehli - es liegt nahe, dass diese Information bewusst gestreut wurde, um dessen Marktwert zu erhöhen. So funktioniert das Fußballgeschäft. Verbürgt ist aber, dass der schlanke Athlet Angebote aus der Schweiz und Frankreich hatte. "Young Boys Bern und der FC Sochaux wollten mich", sagt Fehli, "und der FC Nantes."
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den Blauen zur Verpflichtung dieses Spielers! Mir scheint, hier hat der Nachbar von der Säbener Straße geschlafen.