Mehrere Tausend Euro hat ein notorischer Trickdieb alten Damen in ihren eigenen Wohnungen gestohlen. Der mehrfach Vorbestrafte muss nun mit Sicherungsverwahrung rechnen.
Seit rund 25 Jahren lebt Klaus H. von Trickdiebstählen. Seine Opfer sind überwiegend hochbetagte Damen, die er unter einem Vorwand in ihren Wohnungen aufsucht und dann mit Bargeld oder Schmuck wieder verschwindet. Nun droht dem 53-Jährigen ein Leben hinter Gittern: Seit Montag sitzt er auf der Anklagebank im Landgericht, wo es weniger um die Höhe der Haftstrafe geht als um die Frage, ob die Richter zusätzlich auch noch eine Sicherungsverwahrung verhängen.
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Bereits zwölf Jahre saß der Trickdieb Klaus H. wegen Diebstahlen im Gefängnis. Nun soll er in Sicherheitsverwahrung genommen werden. (© Foto: AP)
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Die Masche von Klaus H. hatte sich über all die Jahre kaum verändert: Zunächst einmal hielt nach älteren Opfern Ausschau, denen er dann unauffällig folgte. Hinter den Damen schlüpfte er unbemerkt in den Hausgang und klingelte dann nach kurzer Zeit an der Wohnungstür. Meist bat er dann um ein Glas Wasser oder fragte nach einem Zettel, auf dem er sich etwas notieren müsse. Manchmal wollte er auch bloß ein Werkzeug ausleihen oder ein kurzes Telefonat führen. War er erst einmal er in der Wohnung der arglosen und hilfsbereiten Damen, lenkte er diese mit einem Trick ab und griff sich Geldbeutel oder andere Wertgegenstände.
"Ich schäme mich dafür"
Besonders perfide ging er bei einer älteren Apothekerin vor, die er am Rotkreuzplatz vor einem Sturz bewahrt hatte. Die Dame lud ihn aus Dank in ein Cafe ein, wo er ihre Adresse erfuhr. Am nächsten Tag besuchte er sie - angeblich um nach ihrem Gesundheitszustand zu fragen. Die vertrauensvolle alte Dame zeigte ihm ihren versteckten Goldschmuck, kurze Zeit später war er mit diesem verschwunden. Mehrere Tausend Euro erbeutete Klaus H. so, einmal waren es allein fast 7000 Euro, als er sich mit einer EC-Karte und dazugehöriger Pin-Nummer davon machte.
"Ich schäme mich dafür, es tut mir alles sehr leid", gestand der Angeklagte zum Prozessauftakt am Montag alle elf ihm zur Last gelegten Trickdiebstähle. Eine Erklärung für seine Taten blieb er dem Gericht schuldig. "Ich weiß das auch nicht", meinte der gelernte Bäcker, der jahrelang in einer Drückerkolonne gearbeitet hatte. Bei dieser Tätigkeit habe er "viel über Menschen an der Tür " gelernt, "so hat alles angefangen".
Ob er sich jemals über die seelischen und materiellen Folgen seiner Taten bei den Opfern Gedanken gemacht habe, wollte der Richter wissen. "Das habe ich vollkommen ausgeblendet", meinte Klaus H. "Ich habe nur an mich selbst gedacht." Das Geld habe er meisten umgehend an Spielautomaten verzockt.
Insgesamt rund zwölf Jahre seines Lebens hat Klaus H. bereits wegen Diebstählen hinter Gittern verbracht. Zuletzt war er 1997 vom Münchner Landgericht zu sechs Jahren Haft verurteilt worden. "Sie bewegen sich zielstrebig auf die Sicherungsverwahrung zu", hatte ihn der Richter damals gewarnt. Die Sicherungsverwahrung schließt sich an eine Haftstrafe an und ist zeitlich unbegrenzt. Voraussetzung für die Anordnung ist ein "Hang" zu weiteren Straftaten. Um das zu beurteilen, hat die Kammer zwei forensische Psychiater geladen.
(SZ vom 19.01.2010/hes)
FKK-Slackliner Alexander Schulz
Die neueste Antwort
Wenn ja, sollte man bei Wiederholhung, auch die Bankiers auf leb zeit und ewig in Sicherungsverwahrung nehmen. Damit die Gesellschaft vor Schäden bewahrt wird und nicht noch einmal ein Rettungspaket von 580.000.000.000,-- aufgebracht werden muss.
Ich befürchte das Trickdiebe und Bankiers von der Münchner Strafjustiz unterschiedlich bewertet werden.