Brüssel hat vorerst keine Mittel für den Transrapid vorgesehen. Die bayerische Staatsregierung hatte bisher damit kalkuliert, dass die EU sich mit 50 Millionen Euro an den bislang auf 1,85 Milliarden Euro geschätzten Baukosten beteiligt.
Aus Brüssel fließt vorerst kein Geld in den Transrapid. In einem Mehrjahresprogramm zum Ausbau der europäischen Verkehrswege, das der EU-Verkehrskommissar Jacques Barrot am Mittwoch dem europäischen Parlament vorstellte, sind keine Mittel vorgesehen, um den Bau der Magnetbahn zum Flughafen zu fördern. Die bayerische Staatsregierung hatte bisher damit kalkuliert, dass die Europäische Union sich mit 50 Millionen Euro an den bislang auf 1,85 Milliarden Euro geschätzten Baukosten beteiligt. "Damit ist klar: Es gibt kein EU-Geld für den Transrapid", sagte Michael Cramer, der verkehrspolitische Sprecher der Grünen im Europa-Parlament.
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Tatsächlich gehen von 5,1 Milliarden Euro, die Barrot bis 2013 in den Ausbau der sogenannten Transeuropäischen Netze (Ten) stecken will, zwar 215 Millionen Euro in die ICE-Strecke Stuttgart-München, 9,5 Millionen in die Trasse München-Mühldorf-Salzburg und fast 800 Millionen in den für Münchens Verbindung nach Italien wichtigen Bahntunnel unter dem Brennerpass. Den Transrapid bedenkt dieses Programm nicht. Aus dem Ten-Topf erhoffte sich der frühere bayerische Verkehrs- und jetzige Finanzminister Erwin Huber (CSU) das europäische Geld für die Magnetbahn.
Verkehrsministerin Emilia Müller (CSU) ist dennoch überzeugt, dass "es in Brüssel die Bereitschaft gibt, sich finanziell zu beteiligen". Barrots Mehrjahresprogramm sei ohnehin für andere Projekte vorgesehen gewesen, es kämen aber für den Transrapid "verschiedene Fördertöpfe in Betracht". Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) will die Fördergelder aus den Ten-Jahresprogrammen beantragen.
Den Transrapid in Barrots Mehrjahresprogramm unterzubringen, hat sein Ministerium gar nicht erst versucht. Ob ein solcher Antrag für 2008 Erfolg haben könnte, werden die EU-Institutionen erst in einem Jahr entscheiden. Bis dahin sollte das Finanzkonzept für den Transrapid nach den bisherigen Plänen des Freistaates bereits vorliegen. Eine Flughafen-Verbindung hat die Kommission 2007 tatsächlich gefördert: in Budapest, allerdings nur mit drei Millionen Euro. Verkehrsministerin Müller hofft aber auch auf Forschungsmittel aus Brüssel. Sie kündigte an, sich in Kürze mit EU-Forschungskommissar Janez Potocnik treffen zu wollen.
Darüber, ob sich der Bund statt am Transrapid an einer von der Stadt favorisierten Express-S-Bahn beteiligen könnte, gibt es in Berlin noch keine Pläne. Der Bund sei "in Planungsüberlegungen der Landeshauptstadt nicht eingebunden", antwortete Achim Großmann (SPD), Staatssekretär im Verkehrsministerium, auf eine Anfrage des Münchner CSU-Bundestagsabgeordneten Herbert Frankenhauser.
Es gebe dazu weder Gespräche noch Verhandlungen zwischen Bundesregierung und Stadt. Frankenhauser warf OB Christian Ude (SPD) vor, "Sandkastenspiele mit einer rollenden Express-S-Bahn als Fata Morgana" zu veranstalten. Frankenhauser will nun vom Bundesverkehrsministerium wissen, wie ein hoher Ministerialbeamter ohne Planungsgrundlage behaupten könne, der Bau dieser Express-S-Bahn koste rund 1,25 Milliarden Euro, doppelt so viel, wie von der Stadt geschätzt.
- OB Christian Ude im SZ-Interview "Wir müssen München für Olympia fit machen" 11.11.2007
- Resolution beschlossen Stadtrat fordert Transrapid-Planungsstopp 07.11.2007
- Transrapid oder S-Bahn zum Flughafen? "Express-S-Bahn könnte schon 2015 rollen" 06.11.2007
- Demonstration "Transrapid in die Tonne" 03.11.2007
(SZ vom 22.11.2007)
Müll am Fluss
Die neueste Antwort
eine NULL zu wenig...
Es ergibt sich 2014 ein MVV-Fahrpreis von 10,80 EUR.
Es scheint einigen TR-Gegnern inzwischen egal zu sein, ob ihre Behauptungen noch zutreffen oder rein erfunden sind. Hauptsache dagen!
"ca. 14-16 EUR für [eine] einfache Fahrt (plus Rabatte für Vielfahrer und Familien" Zitat aus der Broschüre "10minuten", herausgegeben von der DB!
Eine Einzelfahrkarte vom Hauptbahnhof zum Flughafen kostet heute 8,8 EUR. Bei einer angenommen Preissteigerung von 3% jährlich, ergibt sich 2014 ein MVV-Fahrpreis von 1,8 EUR.
Und die 4 bis 6 EUR Differenz sind zumindest für Geschäftsreisende wirklich egal.
Der Transrapid soll doch nur als Prestige Objekt dienen. Nur die wenigsten werden sich ein Ticket zwischen 20 und 30 Euro leisten. Denn soviel wird ein einziges Ticket kosten! Zudem werden wir als Steuerzahler die ganzen Subventionen für den Transrapid finanzieren, obwohl ihn die meisten nicht nutzen werden.
Bewahren sie doch die Bayern vor einem Milliardengrab.
Tja ob der Transrapid ein Monster ist oder nicht kann jeder selbst entscheiden. Ihre Zahlen jedenfalls sind durch die Bank kompletter unsinn.
Die Entfernung sind 37 km, die max. Reisegeschwindigkeit wird 350 km/h betragen. Warum das system dann besser ist als S-Bahn oder ICE erklärt sich in der guten Beschleunigung.
übrigens wird beim Bremsen die gewonnene Energie wieder zurückgespeist.
Was bleibt ist zu erkennen, dass die große Mehrheit der Ablehner den Unsinn auch glaubt, der von diversen "Umwelt"-Aktivisten in die Welt gesetzt wird.
Und zu den Patenten: Das Auto, der Computer und die Eisenbahn sind früher patentiert worden, sind sie daher auch nichts mehr wert, nur weil die Patentanträge alt sind?
Oder wie steht es mit Zentralheizung und Toiletten mit Spülung? Wollen sie darauf verzichten, bloß weil die Erfindung bei den Römern und Griechen schon bekannt waren? Was soll dann immer das Argument, die Patente seien schon sooooo alt. Das meiste an Steuerungs- und Regelungstechnik zum Betrieb des TR ist erst seit den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts erfunden worden. Davor war es schlicht technisch nicht möglich einen Transrapid zu bauen.
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