Bei dem Unfall mit zwei Trambahnen, bei dem zehn Menschen verletzt wurden, hat der 57-jährige Fahrer der Linie 19 offenbar das Stopp-Signal übersehen.
Der Zusammenstoß zweier Straßenbahnen am Maxmonument ist offenbar auf den Fahrfehler eines MVG-Mitarbeiters zurückzuführen. Ermittlungen der Polizei zufolge hatte der 57-jährige Fahrer, der am Montagnachmittag mit einem Zug der Linie 19 auf der Maximilianstraße stadteinwärts unterwegs war, ein Stoppsignal übersehen und war seitlich auf eine kreuzende Tram der Linie 17 geprallt.
Zunächst war die Ursache des Trambahn-Unglücks unklar. Ermittlungen der Polizei ergaben, dass offenbar der Fahrer ein Stopp-Signal übersehen hat. (© Foto: Feuerwehr)
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Dabei wurden neun Fahrgäste leicht verletzt, der 19er-Fahrer erlitt einen Schock und musste ambulant versorgt werden. Beide Tramstrecken waren für mehrere Stunden gesperrt.
Rund 70 000 Euro Schaden
Der Schaden an den beiden Tram-Zügen hält sich offenbar in Grenzen, die Polizei beziffert ihn auf rund 70 000 Euro. Nach MVG-Angaben muss aber noch genau untersucht werden, ob bei dem seitlich touchierten Zug der Linie 17 der Wagenkasten verzogen ist. Beide Züge können aber wohl repariert werden.
Der Bereich rund ums Maxmonument zählt zu den neuralgischen Stellen des Münchner Tramnetzes - allerdings nicht wegen der Gleiskreuzung, sondern wegen der engen Kurvenradien. Der dortige "Treffpunkt" zweier Trassen - der 19 er durch die Maximilianstraße und der 17/18 er durch die Thierschstraße - ist mit einer Ampelanlage abgesichert, die offenbar zum Zeitpunkt des Unfalls für die Linie 19 Stopp, für die 17 er aber freie Fahrt anzeigte.
Anders als bei U- und S-Bahn sind Tram-Signale nicht durch technische Einrichtungen abgesichert, versehentlich durchfahrende Züge werden also nicht automatisch gestoppt. Die Schäden an den Zügen und möglicherweise auch die Verletzungen der Fahrgäste wären laut MVG-Chef Herbert König schlimmer ausgefallen, wenn die 19er-Tram - ein robuster Großraumwagen des bulligen Typs P aus den 1960er Jahren - nicht in eine Konstruktionsstütze der 17er-Niederflurtram gerauscht wäre, im Auto-Jargon also in eine Art "B-Säule".
Die MVG hat in den vergangenen Jahren bereits zwei Tramzüge des modernen Typs R bei Unfällen verloren: eine im Januar 2003 bei einem schweren Crash mit einem Auto in Grünwald (neun Verletzte), die andere im vergangenen März in der Westendstraße, als bei einem Lkw-Wendemanöver versehentlich ein Kranausleger ausschwenkte und 27 Fahrgäste in der vorbeifahrenden Tram verletzte. Wegen der stabilen Bauweise sind Totalschäden bei Straßenbahnen selten.
(SZ vom 29.11.2006)
Frauen in Saudi-Arabien
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