Tragischer Unfall Bub ertrinkt im Michaelibad

Er war mit seinen Eltern im Michaelibad - und plötzlich war der 13-Jährige verschwunden. Doch dann fand der Bademeister den Buben leblos im Schwimmerbecken.

Von Laura Martin

Ein 13-jähriger Bub aus Italien ist am Dienstag im Schwimmerbecken des Michaelibads ertrunken. Der Junge war mit seiner Familie in München zu Besuch bei Verwandten, zusammen mit seinen Eltern, seinem Bruder und zwei weiteren Verwandten hielt er sich am Dienstag auf der Liegewiese im Nichtschwimmerbereich des Michaelibads auf.

Dabei blieb die Familie nicht zusammen an einem festen Ort, jeder suchte hin und wieder verschiedene Bereiche des Bades auf. Dass der 13-jährige Sohn nicht schwimmen konnte, war den Eltern bewusst - wie und wann er schließlich verschwand, wissen sie nicht mehr. Er muss sich in einem unbemerkten Moment von seiner Familie entfernt haben. Es gibt keine Zeugen, die den Jungen beobachtet haben, wie er in die Halle und dann ins Schwimmerbecken gegangen ist. Von Fremdeinwirkung geht die Polizei nicht aus.

Der Bademeister entdeckte den Jungen gegen 16 Uhr auf dem Boden des Schwimmbeckens. Er sprang sofort ins Wasser und zog den Jungen heraus. Wie lange der Bub zu diesem Zeitpunkt bereits unter Wasser war, ist noch nicht geklärt. Der Bademeister begann sofort mit Reanimationsmaßnahmen, die auch im Krankenwagen ununterbrochen weitergeführt wurden. Der 13-Jährige kam in eine Kinderklinik, wo er am Donnerstag an den Folgen des Badeunfalls starb.

Die Polizei gab den Fall erst am Freitag bekannt. Sie ermittelt, ob der Bademeister seine Aufsichtspflicht verletzt hat. Die Stadtwerke erklärten in einer Stellungnahme ihr Mitgefühl mit der Familie und betonten, dass sich ihre Mitarbeiter vorbildlich verhalten und alles versucht hätten, das Leben des Kindes zu retten. Mehr wollten die SWM zu dem Fall nicht sagen, um die laufenden Ermittlungen nicht zu stören. Die Münchner Polizei vernimmt zur Zeit die anderen Badegäste, die den Vorfall im Wasser bemerkt haben.