Der Endspurt hat begonnen. Kurz vor der Wiesn geht es in die Trachtenläden. Auf der Suche nach der richtigen Garderobe hilft Trachtenexpertin Ursula Fröhmer.
Kurz vor der Wiesn mischt sich in Ursula Fröhmers Laden "Tracht und Heimat" unter die traditionsbewusste Kundschaft auch die ein oder andere Fernsehkommissarin, die fürs Oktoberfest eingekleidet werden möchte. Und wo könnte sie das besser tun als in einem 28-jährigen Familienbetrieb, in dem die Chefin persönlich Hand und Maß anlegt.
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Und sie kann streng sein: Sie berät die Braut eines großen Münchner Brauereiwirtes schon mal in der Kleiderauswahl, redet, wenn es sein muss, ein Dirndl aus. Aber dafür ist die Expertin ja da. Und was ist nun bei der Tracht wichtig?
Feinstrümpfe zum Dirndlgwand
Am wichtigsten ist für die Inhaberin von "Tracht und Heimat", dass man sich im Dirndl und in der Lederhose wohl fühlt. Und immer noch man selbst ist. Wer sich in seinem Wiesn-Outfit verkleidet fühlt und beim Blick in den Spiegel merkt, "das bin ich nicht", der liegt falsch.
Ein paar Sachen sollte man bei der Auswahl seines Wiesn-Outfits beachten. Fangen wir bei den Schuhen an. Wer kennt sie nicht, die festen Bergstiefel mit dicken Socken zum Dirndl? Für Ursula Fröhmer ein absolutes No go. Man geht ja nicht mit dem Dirndl ins Gebirge. Stattdessen empfiehlt die Expertin schlichte schwarze Lederschuhe.
Und was braucht's denn auf dem Kopf? Auch wenn viele der Meinung sind, es gebe keine vollständige Tracht ohne Hut. Ein absolutes Muss ist die Kopfbedeckung nicht, meint Fröhmer. Anders als zum Festtagsdirndl gehört auch zum normalen Alltagsdirndl kein Schultertuch oder die traditionellen weißen Kniestrümpfe. Dass sich aber die Tracht weiterentwickeln kann, das denkt auch Ursula Fröhmer. Also passen heute auch Feinstrümpfe zum Dirndlrock.
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Die neueste Antwort
Ein Dirndlgewand ist das Gewand (Kleid) , welches ein Dirndl (Mädchen, junge Frau) täglich auch zur Arbeit angezogen hat. Mit Tracht hat das garnichts zu tun. (Man solle nurmal versuchen, mit Dirndl bei einem historischem Fest reinzukommen ;) )
Mich verwundert es doch sehr, dass Dirndl und Tracht immer im gleichem Atemzug genannt wird, obwohl das eine das andere nicht bedingt. Oder irre ich mich da?
Dass ich mit meinen bayerischen Ausdrücken ihr Gefühl für Stil oder Ästhetik verletzt habe, tut mir leid. Ich finde es aus dem Grund, den ich auch schon in meinem ersten Beitrag genannt habe, wert, das Thema zu diskutieren. Nämlich, dass die Trachtenbewegung für viele eine nicht geringe Bedeutung hat, die sich zum Beispiel in den vielen Arbeitsstunden äußert, die in die Herstellung einer Tracht investiert werden.
Es geht mir gar nicht so sehr um "echt" oder "annodazumal" - es geht mir mehr um die Bedeutung, welche die Tracht - gerade in der heutigen Zeit - haben kann und welche eben über das Tragen eines bestimmten Gewandes, aus ästhetischen oder praktischen Gründen, hinausgeht.
Sie werden doch nicht ernsthaft bestreiten wollen, dass das Tragen von Tracht, sagen wir einmal zumindest ausserhalb der Wiesn, ein Bekenntnis zur bayerischen Heimat darstellt? Und dann stellt sich eben die Frage, was mit dem Begriff "Heimat" (oder "Hoamat" als spezieller Ausdruck für die hier gemeinte, bayerische H.) gemeint ist. Nur ein geographisch abgegrenztes Gebiet? Oder Gebiet + politisches System? + Bevölkerung? Vielleicht +Tradition und tradierte Werte? Und genau an diesem Punkt kommt für mich der christliche Glaube ins Spiel.
Ihr neunmalkluger Rohassel
Tut mir leid, aber ich versteh beim besten Willen nicht was ein Tracht, egal ob Lederhosn, Dirndl oder städtisches Gewand mit dem Christentum zu tun hat. Das Bedarf einer Erklärung!
Zitat: "Die Trachtensach ist keine Faschingsgaudi, die einfach "zur Wiesn dazugehört" sondern hat mit Brauchtum und dem Bekenntnis zur bayerischen Hoamat zu tun - und dazu zählen für mich auch bestimmte Werte und vor allem der christliche Glaube."
Genau deswegen gibt es auch Trachtenvereine in München oder Bayern die nichtbayrische Trachten wie die Schwarzwaldtracht zum Beispiel tragen. Und das soll jetzt ein Bekenntnis an die bayrische Heimat sein????
Nebenbei diese Mixtur aus Hochdeutsch gespickt mit Bayrischen Wörtern zieht das ganze mehr ins lächerliche als die Wiesn es nur tun kann.
Inzwischen weiss doch eh jeder das man nur bei Trachtenvereinen die echte Tracht getragen von den letzten waschechten noch lebenden Bayern sehen kann und auf der Wiesn, Nockherberg, Volksfesten und dergleichen nur Preußen mit verfälschter Tracht sieht.
Also wo ist der Grund sich jedes Jahr von neuem über dieses Thema aufzuregen?
Verstehen sie mich nicht falsch, das ihre Tracht echt ist und so auch anno dazumal getragen worden ist glaube ich ihnen aufs Wort. Aber warum muss alles so sein wie es zu Großmutters Zeiten der Fall war. Jede Epoche hat ihren eigenen Stil und ihre eigene Tracht. So auch wir. Was Oma und Opa getragen haben, muss ich doch folglich nicht übernehmen.
"Leben und leben lassen!"
Mich stört dieser ganze Wiesn Trachtenklamauk langsam echt sehr! Ich bin selbst Trachtler und überlege mir dieses Jahr sehr genau, ob ich nicht in Jeans und Turnschuhen aufs Oktoberfest gehe. Die Trachtensach ist keine Faschingsgaudi, die einfach "zur Wiesn dazugehört" sondern hat mit Brauchtum und dem Bekenntnis zur bayerischen Hoamat zu tun - und dazu zählen für mich auch bestimmte Werte und vor allem der christliche Glaube.
Jeder soll anziehen was er will, aber eine Prosecco-schlürfende P.Hilton und ein Haufen Bayern-Spieler in ihrer pseudo Tracht (und darauf sind dann die Münchner so unheimlich stolz...). Das geht mir einfach gegen den Strich, weil da was ins Lächerliche gezogen wird, was für viele, wie z.B. für mich, eine große Bedeutung hat, die über die Frage welcher Style auf der Wiesn opportun ist, damit man ein schicker "Wiesn-Bua" oder ein sexy "wiesn-Madl" ist weit, weit hinausgehen.
Na dann Prosit!
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