Knuts neue Mitbewohner: Drei Hellabrunner Eisbären sollen wegen Bauarbeiten nach Berlin umziehen. Tierschützer sind empört und erstatten Anzeige.
Es wird eine WG auf absehbare Zeit sein: Neun Monate lang sollen die drei Münchner Eisbären Giovanna, Yoghi und Lisa nach Berlin umziehen, damit in Hellabrunn das Bären-Gehege umgebaut werden kann. Die gebürtige Italienerin Giovanna wird zu Knut in den Zoologischen Garten kommen; Yoghi und Lisa in den Tierpark im Stadtteil Friedrichsfelde.
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Eisbär Yoghi (links) und Eisbärin Lisa müssen sich bald auf neue Gehege-Mitbewohner einstellen. Auch der dritte Hellabrunner Polarbär, Giovanna, zieht um. Die Bärin kommt zu Knut nach Berlin. (© Foto: dpa)
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So könnten die Tiere dem Baulärm entkommen, sagt Tierpark-Chef Henning Wiesner. Den Berliner Zeitungen hilft das Bären-Trio seit Tagen aus dem Sommerloch, und die Berliner sind voll der Vorfreude auf die Gäste aus dem Süden, die "Bayern-Bären", wie man sie dort nennt. Tierschützer sehen dem Umzug jedoch mit Skepsis entgegen.
Kritik von Peta
Zu eng seien die Anlagen, für die Haltung ungeeignet, schimpft Frank Albrecht von der Tierrechtsorganisation Peta. Diese hat nach eigenen Angaben am Freitag bei den zuständigen Veterinärämtern in Berlin wegen des Verdachts auf Verstoß gegen das Tierschutzgesetz Anzeige erstattet gegen Zoo und Tierpark.
Den Tierrechtlern zufolge können die Bären ihre Außengehege nur im Wechsel betreten. Yoghi und Knuts Oma Lisa könnte nur dann in ein Außengehege, wenn zwei andere Bären ins Innere der Anlage geholt werden, wo ihnen 49 Quadratmeter zur Verfügung stünden. Knuts Innengehege messe 35 Quadratmeter. Und da er und Giovanna - zumindest vorläufig - nicht zusammengelassen werden, bekämen auch sie nur stundenweise Frischluft.
Tierpark-Chef über Aktivisten verärgert
Der Berliner Zoo will sich zu den Vorwürfen und den von Peta errechneten Gehegegrößen nicht äußern. "Gehen Sie davon aus, dass wir für unsere Tiere Sorge tragen", sagt eine Sprecherin. Münchens Tierpark-Chef Wiesner ist sein Ärger über die Aktivisten indes anzuhören. Der Berliner Zoo sei ein "international angesehener Tierpark, der weiß, wie man Bären hält".
Die Gehege entsprächen den EU-Richtlinien. Er könne nicht verstehen, dass "angebliche Tierschützer" nun die Renovierung des Hellabrunner Bärengeheges torpedierten, indem sie die Auslagerung der Bären kritisieren. Er sei den Berlinern dankbar, dass sie den Münchner Bären für die Zeit des Umbaus ein Zuhause geben. Einen Zoo zu finden, der das Trio aufnimmt, sei nämlich gar nicht einfach gewesen.
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(SZ vom 05.09.2009/ag/pfau)
Die neueste Antwort
Die Zucht in Gefangenschaft sorgt für einen Überschuss an Tieren. Babys sind nämlich Kassenmagneten und ziehen massenweise Besucher an, die zusätzlich zum Eintrittsgeld auch noch Geld in den Geschenkeshops und Snackbars der Zoos ausgeben.
Zoos können vielleicht größere und feudalere Anlagen bauen, aber es sind und bleiben doch Gefängnisse. Viele "Verbesserungen" sind eher kosmetischer Art und dienen eher den Besuchern als den Tieren. Die meisten Tiere in Gefangenschaft leiden unter Frustration und Langeweile. Anstatt Millionen darauf zu verschwenden, Unmengen an Tieren einzusperren, sollten wir uns für die Erhaltung und Wiedereinrichtung dessen einsetzen, was wir Menschen den Tieren genommen haben: ihren ursprünglichen Lebensraum.