Tierpark Hellabrunn Knieriem wechselt nach Berlin

Der Tierpark Hellabrunn muss sich einen neuen Chef suchen: Nach nur vier Jahren im Amt heuert Zoodirektor Andreas Knieriem in Berlin an. In München hat er viele Sanierungsprojekte auf den Weg gebracht, er hinterlässt jedoch auch eine Großbaustelle.

Von Christian Mayer

Der Tierpark Hellabrunn muss sich einen neuen Chef suchen. Andreas Knieriem wechselt nach Berlin, wo er die Nachfolge des umstrittenen Zoodirektors Bernhard Blaszkiewitz übernehmen wird: Knieriem soll künftig alleiniger Vorstand des Zoologischen Gartens und Geschäftsführer des Tierparks Berlin-Friedrichsfelde sein. "Die Würfel sind gefallen, und das hat auch persönliche Gründe", sagte Knieriem am Donnerstag.

Knieriems Ehefrau kommt aus Berlin, deshalb wurde der 48-jährige Tiermediziner immer wieder mit der Hauptstadt in Verbindung gebracht. Eine Personalberatung hatte deutschlandweit nach einem Kandidaten für die Doppelfunktion bei den Berliner Zoos gesucht - die Entscheidung für den Mann aus Hellabrunn fiel relativ rasch.

Knieriem ist seit 2009 Direktor des Tierparks Hellabrunn, er folgte damals Henning Wiesner nach. Seine Karriere startete er als Assistent am Duisburger Zoo, von 1996 bis zu seiner Berufung nach München arbeitete er als stellvertretender Direktor am Zoo Hannover.

Wann Knieriem genau geht, ist noch offen

Knieriem gilt als erfolgreicher Tierpark-Manager. In Hellabrunn brachte er einige Reformen und Sanierungsprojekte auf den Weg. Derzeit wird das historische Elefantenhaus in einem aufwendigen Verfahren renoviert, ein neues Giraffenhaus wurde in diesem Jahr eröffnet. In seine Amtszeit fällt auch die Neueröffnung des Aquariums und des Polariums sowie etliche kleinere Umgestaltungen - völlig neu ist etwa der kleine Isar-Spielplatz. 2011 feierte der Tierpark sein 100. Jubiläum, was dem Zoo ebenfalls viel Aufmerksamkeit und einen Besucherzuwachs bescherte. Knieriems Ziel war es, den Tierpark Hellabrunn wieder zu einem Geozoo zu machen, ein ambitioniertes Vorhaben, das noch nicht abgeschlossen ist.

Als Grund für seinen Weggang nannte Knieriem vor allem "die neue Herausforderung in Berlin". Immerhin sei der Tierpark Berlin-Friedrichsfelde im Osten der Stadt der artenreichste und der größte Landschaftszoo überhaupt. "Das ist eine enorme Verantwortung", so Knieriem. In München hinterlasse er einen funktionierenden Betrieb, "dem Tierpark Hellabrunn geht es gut - da bin ich auch stolz auf unsere Mitarbeiter". Es sei keine einfache Entscheidung gewesen, bereits nach vier Jahren zu wechseln, schließlich sei der Münchner Zoo wunderschön.

Der genaue Zeitpunkt des Wechsels ist derzeit noch offen. Der Vertrag mit der Tierpark Hellabrunn AG läuft noch bis Oktober 2014 - allerdings ist damit zu rechnen, dass Knieriem bestrebt sein wird, den neuen Job möglichst bald anzutreten, ohne die Münchner zu verärgern. Ob das gelingt, hängt von seinem Verhandlungsgeschick ab und von der Frage, wie rasch ein Nachfolger gefunden ist. Wie man im Fall von Blaszkiewitz sieht, kann das ja ziemlich schnell gehen.