Weil sie mit bis zu 2,6 Tonnen Kot pro Tag die Gewässer verschmutzen, geht es den Münchner Gänsen an den Kragen. Umweltschützer sind entsetzt - und hoffen auf eine tierische Lösung.
Es gibt da unterschiedliche Ansichten. Die einen freuen sich beim Spaziergang durch den Nymphenburger Park oder den Englischen Garten über den Anblick einer Gans. Die anderen ärgern sich und fluchen über den Kot der Tiere.
Den Graugänsen in München soll der Garaus gemacht werden. (© Foto: dpa)
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Jetzt ist der Streit unter Fachleuten eskaliert. Umwelt- und Tierschutzverbände befürchten, dass Gänse im Zuge eines Projekts der Technischen Universität München (TUM) getötet werden sollen: durch Schlachtung in der Mauserzeit, in der die Tiere ihre Federn wechseln und flugunfähig sind. Und indem die Eier der Gänse während der Brut manipuliert werden.
2,6 Tonnen Gänsekot pro Tag
Die Verbände sind deshalb aus Beratungen des Projekts ausgestiegen. Jan Björn Potthast von der Bayerischen Schlösser- und Seenverwaltung gehört schon von Berufs wegen zur zweiten Gruppe: Er befürchtet durch den Kot der Tiere Folgeschäden für Gewässer und klagt, dass die Gänse die sorgsam angelegten Beete im Nymphenburger Schlosspark zerstörten.
Um dem Problem Herr zu werden, hat die Schlösserverwaltung zusammen mit der Stadt und der Jagdbehörde das Projekt der TUM in Auftrag gegeben. "In den Sommermonaten entstehen pro Tag 2,6 Tonnen Gänsekot in München", berichtet Potthast. Er betont, dass die Behörden eine verträgliche Lösung des Problems finden wollen, die den Tieren nicht schade.
Genau hier jedoch liegt nun der Streitpunkt: "Das Projekt soll nur die bayernweite Ausweitung der Jagd vorbereiten", schimpft Manfred Siering. Der Vorsitzende der Ornithologischen Gesellschaft in Bayern kritisiert, dass TU-Projektleiter Andreas König auch den Mauserfang und die Gelegebehandlung, also die Manipulation der Eier, in Betracht zieht.
Anstechen der Eier kann zu verkrüppelten Gänsen führen
Bei der Gelegebehandlung werden den Gänsen die Eier weggenommen oder sie werden angestochen, um die Nachkommen noch vor dem Schlüpfen zu töten. "Das Anstechen klappt oft nicht richtig und führt dann dazu, dass verkrüppelte Gänse auf die Welt kommen", kritisiert Siering.
Der Vogelschützer meint auch, dass der Kot keine Folgeschäden habe für Gewässer in München. Weil es keinesfalls eine Überpopulation an Gänsen gebe, sagt Siering. "Die Zahlen schwanken von Jahr zu Jahr", bestätigt Biologin Silke Sorge, "aber über die letzten zehn Jahre ist die Population stabil."
Die Zählungen von TU-Projektleiter Michael König, der seit zwei Jahren Daten erhebt, liegen für Biologin Sorge innerhalb der normalen Schwankungen: Demnach gab es im August 2008 rund 1200 Gänse an Münchens Gewässern, zwölf Monate später waren es 1400. "Das können nächstes Jahr schon wieder weniger sein", sagt Sorge.
Alternativ-Vorschlag: Bussarde sollen die Gänse vertreiben
84 Prozent der Tiere in München sind Graugänse, dazu kommen Arten wie die Kanada-, die Weißwangen- und die Streifengänse. König versteht die ganze Aufregung nicht. Er betont, er moderiere in dem Projekt nur und prüfe, ob Vorschläge umsetzbar seien.
Inzwischen hat er einen Bericht erstellt: Wegen der Kritik der Schutzverbände hat er hier von der Empfehlung abgesehen, Gänse in der Mauserzeit zu fangen und zu schlachten. Die Gelegebehandlung betrachtet er aber weiterhin als Möglichkeit. Er beruft sich dabei auf frühere Studien, die darin auch kein Problem erkannt hätten. Die Gefahr verkrüppelter Küken sieht er nicht.
Mit einem der Vorschläge in dem Bericht können sich aber auch die Schutzverbände anfreunden: dem Vergrämen. König will in München Bussarde aufsteigen lassen, die zu schwach sind, Gänse zu reißen, sie aber erschrecken und so nachhaltig auf Flächen vertreiben, auf denen sie geduldet werden. In einem Testlauf im Münchner Westen hat er mit dieser Methode schon Erfolg gehabt.
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(SZ vom 22.03.2010/rs)
Kapitalabzug aus Südeuropa
Die neueste Antwort
Vergebe Lizenz zur Herstellung von Gänseklos, auch die letzte
dumme Gans wird dann über kurz oder lang lernen wo und wie
hingeschissen werden muß unter anschließender Bedienung der
Isar gesteuerten Wasserspülung. Was Hänschen lernt, lernt auch
das Gänschen !
....sondern irgendwas von max 40 000Tauben hatte ich mal gelesen und ca 1 Millionen Euro Kosten durch deren Kot. Alles auch überschaubar jedoch setze ich mich eh ungern am HBF irgendwo hin aber im Englischen Garten dann doch mal gerne wenn man eben noch einen Kot freien Platz finden würde...
könnte man auch mal was gegen die hunderttausende Tauben tun!!!
Diese und vor allem die Taubenfütterer" sind viel lästiger als die Gänse!
Herr Ude, wieviel gibt eigentlich die Stadt an Bauunterhalt jährlich aus um die Schäden durch den Taubendreck zu beheben, bzw. für die Taubenvergrämung?
Abschuss wäre mit Sicherheit billiger!
...denn eine Gans nimmt schon 600 -1000g Gras zu sich und eben diese Menge scheidet sie auch wieder aus. Macht also zwar nicht 2,4t aber bis zu 1,2t können es schon sein.
Die 2kg Kot kommen übrigens von den armen Stopfgänsen. Damit deren Leber schön wächst werden die ja mit bis zu 2kg Futter pro Tag gestopft =/
Fuchs du hast die Gans gestohlen gib sie wieder her, gib sie wieder her, ja sonst kommt der Jägermeister mit dem Schiesgewehr.....
In 31 Jahren München hat mich noch NIE NIE mals eine Gans gestört. (ausser dumme Gänse der Gattung Homosaphiens)
Wier auch immer ich möchte auch mal mein Geld mit solchen unsinnigen Studien verdienen. Und dieses "Rechengenie" ist sicher einer dieser "Spezialisten" aus dem TV der sicherlich 5x soviel verdient wie ich....
Und im moment arbeitet er an der Studie wieviel Säcke Reis.....
Paging