Nachfolger für Christian Thielemann: München will Lorin Maazel als Philharmoniker-Dirigenten engagieren.
München will Lorin Maazel als Philharmoniker-Dirigenten. Dies bestätigten der Münchner Oberbürgermeister Christian Ude sowie auch die Pressestelle des Rathauses. Die Münchner Philharmoniker wollen sich allerdings im Moment dazu ebenso wenig äußern wie das städtische Kulturreferat.
Lorin Maazel kommt wohl für eine Übergangszeit an die Isar. (© Foto: dpa)
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Die von dort verlautenden gut gelaunten Beschwichtigungsversuche lassen aber vermuten, dass ein Vertragsabschluss bereits unmittelbar bevorsteht. Man hätte selber zwar am liebsten gar keine Stellung bezogen, hieß es aus dem Kulturreferat, aber hinter die Aussagen von Ude könne man nun auch nicht mehr zurück. Alles weitere werde in Bälde offiziell kundgetan.
Der franko-amerikanische Stardirigent Lorin Maazel soll offenbar für eine dreijährige Übergangszeit gewonnen werden, also als unmittelbarer Nachfolger des derzeitigen Generalmusikdirektors Christian Thielemann. Der wird die Münchner Philharmoniker nach den gescheiterten Vertragsverhandlungen mit der Stadt 2011 verlassen und hat bereits einen Vertrag als Chef der Sächsischen Staatskapelle Dresden unterschrieben.
Der 79-jährige Lorin Maazel ist dem Münchner Publikum wohl vertraut als ehemaliger Chefdirigent des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks, das er von 1993 bis 2002 geleitet hat. Begonnen hat Maazels Dirigentenkarriere 1965 in Berlin, als er gleichzeitig dem Radiosinfonieorchester Berlin und als Generalmusikdirektor auch der Deutschen Oper Berlin vorstand.
Weitere Chef-Engangements verbinden Maazel mit Cleveland, London, Wien, New York und derzeit Valencia. Maazel verlangte stets Höchstgagen und galt auch in Sachfragen als durchaus streitbarer Verhandlungspartner.
(SZ vom 24.02.2010)
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Vox populi, ich gebe Ihnen vollkommen Recht.
Was soll das denn? Einen - zugegebenermassen verdienten, aber auch altgedienten - Dirigenten für eine 3(!)-jährige Übergangszeit zu holen? In diesen 3 Jahren werden dann viele hoffnungsvolle Kandidaten verschlissen - da kann man jetzt schon gespannt sein, wer da am Ende übrigbleibt.
Zur Erinnerung: Maazel war von 2002 bis 2009 Chef bei den New Yorker Philharmonikern - sein Nachfolger dort heißt Alan Gilbert, ein junger, aufstrebender Dirigent. Warum gelingt so was nicht in München? Immerhin ist jetzt seit gut 5 Monaten klar, dass Thielemann 2011 geht. Warum sollten gute 2 Jahre nicht ausreichen, einen Nachfolger zu finden, der Perspektiven bietet?
Wobei ich den Vorwurf nicht nur den politisch Verantwortlichen machen möchte - das Orchester steht doch genauso in der Verantwortung!
junge Dirigenten, aber München holt sich einen Dirigier-Opa, nur weil er einen bekannten Namen hat. Wieder einmal fehlt der Mut etwas zu wagen.