Thema des Tages Mit neuen Regeln olympiatauglich

Von Alau

Für Ilja Smorguner ist der Fall klar: "Keine Sportart hat eine olympische Teilnahme so verdient wie Karate." Zahlreiche Regeländerungen in den vergangenen Jahren hätten den Sport transparenter und damit attraktiver gemacht, betont der Münchner Kampfsportler, der mehrfacher Deutscher Meister und auch Vize-Weltmeister ist.

Mit rund 50 Millionen Aktiven zählt Karate zu den beliebtesten Sportarten weltweit. Eine Teilnahme bei Olympia blieb dem japanischen Kampfsport aber bisher verwehrt. Nach drei erfolglosen Bewerbungsversuchen kann sich der Internationale Karate-Verband WKF über seine olympische Premiere ausgerechnet in Tokio freuen - der Heimat der Karateka. Insgesamt acht verschiedene Karate-Wettkämpfe soll es 2020 geben. Zwei davon werden in der Teildisziplin Kata ausgetragen, bei der die Athleten Kampffiguren demonstrieren, ohne mit einem Gegner in Berührung zu kommen. In den restlichen sechs Wettkämpfen treten zwei Karateka im sogenannten Kumite gegeneinander an. Die jahrelangen Bemühungen des Verbandes, den Sport olympiatauglich zu machen, haben sich ausgezahlt.

Rund 20 000 Karateka gibt es nach Auskunft des Bayerischen Karatebundes momentan im Freistaat, die meisten davon Kinder und Jugendliche. Ob es nach der Olympia-Teilnahme der Sportart noch mehr werden, hängt für den Münchner Karateka Smorguner in erster Linie von der Präsentation der Sportart ab: "Viele Leute haben ein falsches Bild von Karate. Der Sport besteht aus mehr als dem Zerschlagen von Brettern." Sollte der japanische Kampfsport in Tokio eine ausführliche mediale Würdigung erfahren, könnte man dieses Bild korrigieren und einige neue Nachwuchs-Karateka für die Sportart begeistern, hofft der 32-Jährige.