Stadt ohne Fanfest
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Der Olympiapark zeigt höchstens drei Spiele
Viele Münchner Fußballfans - und Wirte - denken noch gern an den heißen Sommer vor zwei Jahren: die Weltmeisterschaft als sonnenbeschienenes Gemeinschaftserlebnis vor Großbildleinwänden. Doch wer nun die in vier Tagen beginnende Euro 2008 in vergleichbar großer Fanfest-Atmosphäre erleben will, sollte eine Städtereise planen, denn in München sind bisher keine größeren Fanfeste angesetzt - jedenfalls anders als 2006 nicht auf öffentlichen Plätzen.
Wer dieses Erlebnis sucht, muss nach Köln, Dortmund, Hamburg oder Berlin aufbrechen. Dort wird das Public Viewing zwar auch kleiner ausfallen als bei der Fußball-WM 2006, aber Hamburg rechnet immer noch mit 30000 statt 50000 Fans pro Spiel vor den Großbildleinwänden auf dem Heiligengeistfeld. Berlin startet seine ganz große Fanmeile diesmal erst zu den Halbfinal-Spielen. Auf den 2,5 Kilometern zwischen Brandenburger Tor und Yitzhak-Rabin-Straße wird es mehrere Videoleinwände geben. In München dagegen wird es ,,kein größeres Event auf öffentlichem Verkehrsgrund geben'', erklärte der Sprecher des Kreisverwaltungsreferats, Christopher Habl. Die Euro-Euphorie ist jedenfalls noch nicht ausgebrochen: Dem Referat liegen keine Anmeldungen für genehmigungspflichtige Veranstaltungen vor. Offenbar war das Interesse bei der WM deshalb größer, weil München auch Austragungsort von Spielen war.
Unvergessen ist bei vielen das große Fanfest im Olympiapark, doch diesmal hat die Olympiapark GmbH frühzeitig abgewunken. Denn dazu hätten sich Sponsoren für die nicht unerheblichen Kosten finden müssen. Doch die Olympiapark GmbH hat sich die Möglichkeit offengehalten, die Halbfinal-Begegnungen und das Endspiel im Olympiastadion zu übertragen. ,,Wir warten ab, wie die Europameisterschaft anläuft'', bestätigt Melanie Listl. Natürlich spiele dabei eine Rolle, wie die deutsche Mannschaft abschneidet. Vor diesem Hintergrund könnte es ratsam sein, das Angebot des Klinikums der Universität München zum ,,Patient Viewing'' in einem Hörsaal zu nutzen, das schnelle Hilfe sichert: Denn einer Studie des Klinikums zufolge steigt bei besonders spannenden Spielen das Risiko von Herz-Notfällen um das 2,7-Fache. Sven Loerzer
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