Szene München Premieren, die sich wiederholen

Stolze Herrschaften mit VIP-Bändchen steigen aus Limousinen und gehen in Clubs, in denen Häppchen serviert werden: Premierenfeiern in Berlin und München ähneln sich sehr. Doch eines ist in München viel besser.

Eine Kolumne von Philipp Crone

München oder Berlin? Berlin! Der britische Schauspieler Daniel Craig kommt zur Deutschlandpremiere des neuen James-Bond-Films "Skyfall".

(Foto: dpa)

Wieder so eine große Premiere in dieser tollen Stadt. Irre langer roter Teppich, irre viele Sicherheitsleute, irre viele Fans am Potsdamer Platz. Neulich, als Daniel Craig seinen neuen Bond gezeigt hat. Ach, das ist einfach eine Weltstadt, dieses Berlin, das Nonplusultra. Könnte man meinen.

Doch dann: Ist das nicht der gleiche People-Fotograf wie vor ein paar Tagen bei einer Premiere in München? Doch, klar, und da ist noch einer, und die gleichen Kameraleute ohnehin. Und bei den Gästen? Auch viele Bekannte aus München. Hier der blonde PR-Mann, da die Event-Dame, und dort, da steht Franz Rauch vom P1. Der will sich wohl mal so eine richtige Weltstadt-Premierenparty ansehen. Die steigt bei Bond im Felix am Brandenburger Tor.

In München läuft eine Premierenfeier so: Stolze Herrschaften mit VIP-Bändchen lassen sich in Bussen oder Limousinen zur Party chauffieren, dort ist es dann meistens ganz schön fad, es gibt zu wenige Häppchen für die vom Film hungrig gewordenen Gäste, als Getränke werden Wein, Bier und Cola kredenzt, man geht früh wieder, weil die Stargäste eh nicht kommen.

Zum Felix in Berlin fahren am Abend Busse, aus denen stolze Herrschaften mit VIP-Bändchen steigen, die sich ganz nah an die Türen im Klub drängeln, aus denen die Häppchenkellner kommen (da steht auch Rauch vom P1, der ist ja nicht von gestern), und man stößt mit Bier, Wein und Cola an. Kein Craig ist zu sehen, nicht einmal das Bondgirl und schon bald lichten sich die Reihen wieder.

Wo Berlin draufsteht, ist eben oft auch nichts anderes drin als in München. Einziger Unterschied einer Premiere in der Hauptstadt zu einer an der Isar: Der Heim-Shuttle-Dienst braucht im Schnitt eine halbe Stunde bis zur Zieladresse.