Szene München Gute Karten im Nachtleben

Zocken und trinken: Das ist das Konzept des Quartett-Spiels "München on the rocks".

(Foto: Stephan Rumpf)

Wer hat mehr Getränke zur Auswahl, das Barschwein oder die Bar 45? Und wo gibt es die längste Theke? Ein neues Quartett hat die Antworten. Wer es mit ins Nachtleben nimmt, trinkt manchmal auch umsonst.

Eine Kolumne von Florian Fuchs

Früher, als Kind, waren noch andere Dinge interessant. Da war es zum Beispiel wichtig, dass das zweisitzige Aufklärungsflugzeug McDonnell Phantom eine Dienstgipfelhöhe von 18 300 Metern und eine Spannweite von 11,71 Metern erreichen kann. An beide Werte kamen viele andere Maschinen nicht ran. Mit der McDonnell Phantom hatte man also ganz gute Karten beim Quartett.

Heute, als Erwachsener, sind Flugzeuge nicht mehr ganz so interessant, mit Ausnahme der Passagiermaschinen, die einen im Urlaub bequem an einen sonnigen Strand befördern. Viel wichtiger ist heute die Frage, ob das Barschwein oder die Bar 45 mehr Getränke zur Auswahl hat. Das Barschwein siegt hier knapp, mit 120 zu 106. Für solche Erkenntnisse ist man dem Quartett "München on the rocks" sehr dankbar, wie übrigens auch für die Information, dass die Theke im Backstage 50 Meter lang ist, im Holy Home dagegen nur 6,90 Meter. Am besten ist aber, dass man nun endlich wieder mit Freunden Quartett spielen und dabei unnützes Wissen ansammeln kann.

Das Quartett, das sich zwei Studenten ausgedacht haben und das sich im Internet bestellen lässt, ist gleichzeitig ein Gutscheinsystem. Viele große und bekannte Münchner Clubs und Bars machen mit, wer seine Karten vorzeigt, bekommt etwa in der Milchbar einen Longdrink spendiert und im Cord freien Eintritt. Dafür muss man seine Karten aber nicht abgeben - sie werden nur vom jeweiligen Club mit einem kleinen Kreuz entwertet, sodass man hinterher noch weiterspielen kann.

"Play hard. Party hard" ist das Motto des Quartetts. Wenn man tatsächlich jeden der 32 beteiligten Läden besucht, jeden Gutschein eingelöst und oft genug mit Freunden das Quartett gespielt hat, kennt man sich im Münchner Nachtleben aus wie nur wenig andere. Man weiß dann Bescheid über Eröffnungsjahre, Sperrstunden und Speisen. Und dass der Anteil an weiblichem Personal im Rausch und Töchter 80 Prozent beträgt.