Von Sven Loerzer

Am zweiten Adventswochenende wird der Adventskalender die Leser bitten, obdachlosen Menschen zu helfen, einen Weg von der Straße zurück in ein geregeltes Leben zu finden.

Die Angst. Plötzlich hat sie auch jene erfasst, die sich bisher sicher wähnten. Zu viele Menschen haben ihren Arbeitsplatz verloren. Kaum jemand kennt in seinem Umfeld nicht wenigstens einen Gekündigten persönlich, den an seiner misslichen Lage keinerlei Schuld trifft. Die Furcht vor dem Verlust des Arbeitsplatzes hat anderen, leichter zu verdrängenden Lebensrisiken wie schwere Krankheit und Pflegebedürftigkeit inzwischen den Rang abgelaufen. Die Angst vor der Zukunft ist groß. Eine Vielzahl beunruhigender Fragen schürt die Verunsicherung: Wird die Rente künftig noch für ein Leben über dem Sozialhilfeniveau reichen? Können sich Kranke die nötige medizinische Hilfe weiterhin leisten?

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Kürzungen bei Weihnachts- oder Urlaubsgeld, aber auch bei Tariflöhnen in vielen Branchen nähern nicht unbedingt die Zuversicht, den in vielen Bereichen rasant steigenden Belastungen auf Dauer gewachsen zu sein. Einer repräsentativen Umfrage eines Versicherungsunternehmens zu Folge rangieren in diesem Jahr vor allem wirtschaftliche Sorgen an erster Stelle: Steigende Lebenshaltungskosten, wirtschaftliche Flaute und Arbeitslosigkeit bedrücken die Menschen.

Für viele Menschen ist die Armut längst nicht mehr nur Bedrohung, sondern Alltag. Mehr als 12.000 Kinder in München wachsen heute schon in armen Familien auf. Wirtschaftliche Not ist dabei oft mit einer Reihe von weiteren Problemen verbunden, wie bei den traumatisierten Kindern, die unter den Folgen schrecklicher Erlebnisse leiden: Flucht, Missbrauch oder Misshandlung. Mit einer Reportage über ihr Leiden startet heute der "Adventskalender für gute Werke der Süddeutschen Zeitung" seine 56. Spendenaktion. Am zweiten Adventswochenende wird der Adventskalender die Leser bitten, obdachlosen Menschen zu helfen, einen Weg von der Straße zurück in ein geregeltes Leben zu finden.

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