Sushi Shop "Die kalifornische Variante von Sushi"

Die Sushi-Box kommt mit dem E-Bike: Deutschland-Geschäftsführer Philippe de Fraiteur und seine Münchner Statthalterin Heike Strietter.

(Foto: Stephan Rumpf)

Eine französische Sushi-Kette eröffnet einen Laden in Schwabing. Mit Sondereditionen wie der "Moscow Box" zur Fußball-WM will sie sich von der Konkurrenz abheben.

Von Franz Kotteder

Philippe de Fraiteur ist der Deutschland-Chef der Unternehmung, die gerade in der Hohenzollernstraße 11 ihre neue Filiale aufgemacht hat, und er spricht beinahe fließend Englisch und Deutsch. Beides aber mit einem so eindeutigen Akzent, dass beides fast wie astreines Französisch klingt. Damit ist klar, woher "Sushi Shop" eigentlich kommt: aus Frankreich.

Internationaler kann man sich eine Gastro-Kette kaum vorstellen: Entstanden vor gut 20 Jahren in Frankreich, wo man heute an 85 Standorten vertreten ist, dann expandiert nach Belgien, in die Niederlande, nach Großbritannien, die Schweiz und Luxemburg, Spanien, Italien und Saudi-Arabien, nach Iran und in die Vereinigten Arabischen Emirate. Dazu japanische Küche - beziehungsweise, wie Philippe de Fraiteur sagt: "Wir präsentieren eher die kalifornische Variante von Sushi."

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Die findet man nun also auch in Schwabing. Der Sushi Shop dort ist nicht sehr groß: zwei Sechser- und zwei Zweiertische drinnen und ein paar wenige draußen auf dem Gehsteig, ein Kühlregal links und ein Bestelltresen direkt vor der Nase, wenn man zur Tür reinkommt, mit Durchblick zur Küche. Mehr braucht es auch nicht, im Sushi Shop holt man sich sein Essen in der Regel selber ab oder lässt es sich von einem Lieferservice nach Hause bringen.

Bestellen kann man anhand einer aufwendig gestalteten Broschüre oder im Internet, zur Auswahl stehen Nigiri, Maki, Sashimi und Takati sowie California und Spring Rolls aller Art, auch gibt es diverse Boxen in allen denkbaren Größen. Das Highlight ist zurzeit die limitierte "Moscow Box" mit 58 Stück Sushi zum Preis von 70 Euro. Es gibt sie nur während der Fußballweltmeisterschaft, das Stichwort"Russenschachtel" hört Filialleiterin Heike Strietter allerdings nicht so gern. Klingt wohl zu billig.

Die Sondereditionen sind gleichwohl ein Markenzeichen der Franzosen. So lassen sie immer wieder mal besondere Sushi-Kreationen von Drei-Sterne-Köchen entwerfen. Joël Robuchon war schon dran, einer der vier Jahrhundertköche des Gourmetführers Gault&Millau, derzeit ist Anne-Sophie Pic an der Reihe, sie hat unter anderem eine California Roll mit geröstetem Reis, Ziegenkäse, Matcha-Grüntee und Bergamotte kreiert.

Die Neueröffnung des Sushi Shop in der Hohenzollernstraße ist bereits der zweite Anlauf, auf dem deutschen Markt Fuß zu fassen. Im Mai 2012 hatte schon einmal ein deutscher Franchisenehmer einen Laden in der Leopoldstraße eröffnet, der aber nach einem Dreivierteljahr wieder schloss. Es habe damals "Meinungsverschiedenheiten" mit der Zentrale gegeben, sagt Philippe de Fraiteur. Er selbst hat bereits Sushi Shops in Hamburg, Düsseldorf und Frankfurt eröffnet und "ein Jahr lang nach der Münchner Adresse gesucht, die Mietpreise sind sehr, sehr hoch hier". Jetzt hofft er natürlich, dass bei den Münchner Mietern noch das Geld für die eine oder andere Sushi-Box übrig bleibt.

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