Ein Starnberger Verein bildet Hunde aus, die mit ihrem Geruchssinn vermisste Menschen aufspüren - wie im Fall der Arzthelferin.
Arthos hat 36 Schrotkugeln in seinem Körper, die ihm einmal ein Jäger über das Fell gebrannt hat. Sammy, ein drahtiger Terriermischling, kommt aus dem Starnberger Tierheim, und der alte Pancho mit den weißen Pfoten wurde über ,,Kurz und fündig'' verramscht. Hunde, die keiner haben wollte, außer Alexandra Grunow.
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Die 36-Jährige hat nicht nur ein Herz für Tiere, sondern auch einen blonden Kopf voller Ideen. Nach amerikanischem Vorbild bildete sie Arthos, Pancho und Konsorten im so genannten Mantrailing aus. Das heißt, die Hunde nehmen den Geruch eines vermissten Menschen auf und können aufgrund der verstreuten Hautpartikel exakt den Weg zurückverfolgen, den der Gesuchte zurückgelegt hat.
Und das auch noch nach einer Woche. Eine Gabe, die vor allem die Polizei interessiert. Erst am Montag war Arthos in Solln im Einsatz, um die Spur von Alexandra Liebl aufzunehmen. Die 19-Jährige war Samstagfrüh offenbar sehr zielstrebig von der Bushaltestelle in Forstenried zur Lichtenbergstraße in Solln marschiert. Kurz bevor sie auf rätselhafte Weise starb.
Um den Beifahrersitz sind diverse Hundeleinen geschlungen, im Fond hecheln vier Vierbeiner und im Handschuhfach liegt eine Dose ,,Lammpansen grün, Lammgurgel'': Alexandra Grunows Auto steht für ihre Lebensphilosophie. Hunde sind längst nicht mehr ,,nur'' Hobby, sondern ihr Lebensinhalt.
Die 36-Jährige betreibt zusammen mit Gleichgesinnten die Hundeschule ,,K9'', die Lehrgänge im Bereich München und Landsberg anbietet. Hier trifft sie auf jede Menge Vierbeiner - und sieht, welche Hunde besonders futtergierig sind, Stress vertragen und gutes Sozialverhalten an den Tag legen. Die könnten dann beim Verein ,,Mantrailer und Rettungshunde Starnberg'' mitmachen. Auf ehrenamtlicher Basis trainieren die etwa 30 aktiven Mitglieder bis zu dreimal die Woche mit ihren Hunden - und stehen der Polizei Tag und Nacht für Einsätze zur Verfügung.
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