Von Martin Thurau

Der Protest reißt nicht ab, die Ablehnung steigt, kleine Fächer verzeichnen rückläufige Zahlen: Die Studiengebühren sind auch in Bayern weiter umstritten.

Ist das Thema Studiengebühren endgültig durch? Diese Frage lässt sich nur mit einem herzhaften Jein beantworten. Sicher, die Staatsregierung hat sie zum Sommersemester 2007 eingeführt, per Gesetz verankert. Und damit sie davon abrückt, müsste es schon einen politischen Umsturz im Freistaat geben, und damit ist wohl kaum ernsthaft zu rechnen. So gesehen ist die Diskussion ein wenig akademisch.

Studiengebühren in Bayern

Die Debatte um Studiengebühren kocht auch an der LMU in München wieder hoch. (© Foto: Heddergott)

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Andererseits: Der Protest reißt nicht ab. Nicht zuletzt die spektakuläre Abschaffung der Gebühren in Hessen kocht die Debatte wieder hoch, wenn auch nicht auf ganz großer Flamme. Vor der Einführung in Bayern waren allein in München Tausende dagegen auf die Straße gegangen.

Doch eines ist klar, nach wie vor bekommen die Gebühren noch weit schlechtere Umfragewerte als jeder Politiker: 83 Prozent der Studierenden in Deutschland sind dagegen, an der Universität München (LMU) sind es 69 Prozent, an der Technischen Universität (TU) München 60 Prozent - deutlich mehr noch als ein Jahr zuvor. Das hat eine Umfrage von Marktforschern der Universität Hohenheim unter bundesweit mehr als 6000 Studenten an 54 Hochschulen ergeben.

Dies spiegelte sich bei einer Podiumsdiskussion vergangene Woche an der LMU wider. Ludwig Spaenle (CSU), Vorsitzender des Hochschulausschusses im Landtag, hatte einen schweren Stand, die 500 Euro pro Semester als angemessenen "Eigenbeitrag" der Studenten zu ihrer Ausbildung und als sinnvollen "gesellschaftspolitischen Paradigmenwechsel" zu verteidigen.

Margarete Bause, Bildungsexpertin der Grünen im Landtag, beklagte, die Gebühren verschärften die soziale Selektivität des Bildungssystems. Und auch LMU-Präsident Bernd Huber ist nicht eben überzeugt von ihrer sozialen Verträglichkeit. Die Gebühren seien "ein Kind, das man erstmal annehmen musste".

Ob Gebühren Studierwillige von der Universität fernhielten, lasse sich noch nicht klar beantworten. Die Gesamtzahl der Studenten sei vorläufig nahezu unverändert, kleine Fächer verzeichneten tendenziell rückläufige Zahlen, "Hardcore"-Wissenschaften wie die Physik dagegen legten zu, sagte Huber. Wie weit dieser Trend kausal mit den Gebühren zu tun habe, müsse sich aber noch zeigen.

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