Ikea in München Der kleine Billy will in der Innenstadt abgeholt werden

Vor vier Jahren hat Ikea in Hamburg eine Filiale in einer Fußgängerzone eröffnet. Parkplätze gibt es dort auch, die werden aber kaum genutzt.

(Foto: Daniel Reinhardt/dpa)
  • Ikea sucht einen dritten Standort im Großraum München - und zwar nicht unbedingt in einem Gewerbegebiet, sondern im Stadtzentrum.
  • Drei konkrete Optionen hat der Möbelkonzern bereits prüfen lassen. Favoritin ist die Paketposthalle an der Arnulfstraße.
  • Der Konzern will so junge Kunden zurückgewinnen, die nicht mit dem Auto ins Umland fahren.
Von Christian Krügel und Pia Ratzesberger

Ginge es nach Ikea, gäbe es in München längst ein neues Möbelhaus. Doch das würde womöglich nicht wie bisher weit draußen stehen, in Eching oder Brunnthal. Sondern mitten in der Stadt. Der schwedische Konzern mit SItz in den Niederlanden nämlich sucht seit Jahren nach einem dritten Standort in München; und wie jetzt bekannt geworden ist, zieht das Unternehmen dabei auch in Erwägung, ein Möbelhaus in der Innenstadt zu eröffnen.

Schon Anfang des vergangenen Jahres hatten die Technische Universität (TU) München und das Architektenbüro Studio Stadt Region im Auftrag der Firma drei mögliche Standorte für ein neues Haus untersucht: die Paketposthalle, den Ratzingerplatz und den Kapuzinerplatz. Der Plan wäre, dort jeweils nicht nur ein Möbelhaus zu bauen, sondern den ganzen Ort, das Viertel mitzudenken. So macht Ikea das mittlerweile auch in anderen Städten, in Kopenhagen oder in Nizza. Das Unternehmen will nicht mehr nur Wohnungen gestalten, sondern ganze Stadtteile. Jetzt also München.

Geld in die Hand nehmen

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Für junge Städter nämlich, die kein Auto mehr haben, sind die Häuser von Ikea im Umland längst zu weit weg, längst nicht mehr attraktiv. Sie wollen sich das neue Sofa zwar ansehen, bestellen dann aber im Internet und lassen liefern. Ein Konzept, das auch andere Möbelfirmen wie Home24 verfolgen. "Ikea will wieder an die junge Generation ran und brachte die Bereitschaft mit, seine bisherige Strategie radikal zu ändern", sagt Alain Thierstein, Professor für Raumentwicklung an der TU, einer der Autoren der Studie. "Dafür aber muss man weg von dieser blau-gelben Kiste."

Drei mögliche Standorte sind im Gespräch

An allen drei Standorten also sieht seine Studie vor, dass Ikea mit anderen zusammenarbeitet, mit Sportvereinen oder Unternehmen, mit Restaurants oder Sozialverbänden. In der Studie heißt es, bei Ikea wünsche man sich, zu zeigen, dass die Firma "auch anders könne".

In der Paketposthalle also wäre ein Co-Working-Space denkbar oder ein Repair-Café, schreiben die Autoren. Am Ratzingerplatz könnte ein öffentliches Stadtfoyer entstehen, ein Treffpunkt für die Menschen im Viertel. Am Kapuzinerplatz wiederum, wo heute die Agentur für Arbeit sitzt, sei es sinnvoll, dass andere Händler miteinzögen, dass es viele kleine Shops gebe. In den oberen Stockwerken könnten "bezahlbare Wohnungen" entstehen, in Zusammenarbeit mit Wohnungsbaugesellschaften. Davon profitiere am Ende die Stadt. Und auch Ikea und dessen Image.