Ein 56 Jahre alter Türke streckt seinen Landsmann mit mehreren Schüssen nieder und stellt sich der Polizei.
In Ismaning hat am helllichten Tag ein 56-jähriger Türke einen Landsmann erschossen. Der Täter richtete den 62-Jährigen Ahmet M. am Freitagvormittag auf dem Ismaninger Bahnhofsplatz mit mehreren Schüssen in den Kopf regelrecht hin.
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Zum Streit zwischen den Männern war es offenbar gekommen, weil der Täter, Mustafa A., dem 62-Jährigen Geld schuldete. Mustafa A. stellte sich selbst der Polizei - die Waffe hatte er noch in der Hand.
"Ruhigen Schrittes davon"
Vor dem Mord auf offener Straße hatten Zeugen beobachtet, wie die beiden Männer an einem Taxistand auf einer Bank saßen und sich stritten. Plötzlich seien beide unvermittelt aufgestanden.
Im nächsten Moment schon zog Mustafa A. laut Polizeibericht eine Waffe, hielt sie dem Älteren an den Kopf und feuerte. Als sein Opfer bereits auf dem Boden lag, gab er noch einmal drei bis vier Schüsse ab und ging dann "ruhigen Schrittes davon", wie es im Polizeibericht heißt.
Doch schon nach wenigen Metern hielt der Täter einen Streifenwagen an, der gerade zufällig über den Bahnhofsvorplatz fuhr. Er übergab freiwillig seine Waffe und ließ sich festnehmen.
Miete nicht bezahlt, Briefe unterschlagen
Ahmet M., das Opfer, lebte seit Jahrzehnten in Deutschland. Seit er in Frührente gegangen war, hielt er sich jedoch überwiegend in der Türkei auf. Von dort war der 62-Jährige erst vor zwei Wochen nach Ismaning zurückgekehrt, am Sonntag wollte er wieder in die Türkei fliegen, wo er und seine Frau ein Haus besitzen.
Seine Wohnung in Ismaning hatte Ahmet M. an Mustafa A. vermietet. Dieser soll nach ersten Erkenntnissen der Polizei nicht nur die Miete nicht bezahlt, sondern auch Briefe unterschlagen haben, die dem 62-jährigen gehörten.
"So ein netter, ruhiger Mensch"
Offenbar war der Streit vor geraumer Zeit eskaliert. Bereits vor einigen Tagen war es nach Polizeiangaben in einer Gaststätte zwischen den Männern zu einer so heftigen Auseinandersetzung gekommen, dass Ahmet M. einem Freund gegenüber die Befürchtung geäußert hatte, die Situation könne "noch schlimm enden".
Der Freund bot ihm daraufhin Geld für ein Flugticket in die Türkei an. Doch Ahmet M. lehnte ab. Auch, weil er am Freitag ohnehin seine Rente erhalten hätte. Außerdem wollte er am Samstag mit einem Freund noch Geschenke für die Verwandtschaft in der Türkei einkaufen.
Viele Ismaninger versammelten sich am Freitag spontan am Bahnhofsplatz und können die Tat nicht fassen. Eine Frau, deren Vater zwei Jahrzehnte mit Ahmet M. zusammengearbeitet hatte, sagte: "Er war so ein netter, ruhiger Mensch."
(SZ vom 30.4.2005)
Frauen in Saudi-Arabien
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