Öffentlicher Nahverkehr Warnstreik: München steht am Donnerstagmorgen still

"Nicht einsteigen", steht auf dem Bus, das hätte auch wenig Sinn ergeben. Das Bild aus dem Jahr 2017 könnte sich morgen wiederholen.

(Foto: Robert Haas)

Keine U-Bahnen, zwei Tramlinien, nur jeder zweite Bus: Vier Stunden wird bei der MVG gestreikt - worauf sich Pendler einstellen müssen.

Vier Stunden Ausnahmezustand: Im öffentlichen Nahverkehr in München wird am Donnerstagmorgen gestreikt. Betroffen sind U- und Trambahnen sowie Busse von vier bis etwa acht Uhr - und damit auch alle Pendler im Berufsverkehr. Die S-Bahnen fahren allerdings planmäßig, sofern es keine anderen Zwischenfälle gibt.

Die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) geht davon aus, dass sich der Streik bis zum Mittag auswirkt. "Die Fahrer müssen zunächst zu ihren Fahrzeugen kommen, die Züge in das Netz einfädeln und von der Leitstelle in den Fahrplan eingetaktet werden", heißt es zur Erklärung in einer Pressemitteilung. Zudem könnten nicht alle Züge gleichzeitig ausrücken, weil das die Stromversorgung überlasten würde. Im Busverkehr werden Störungen bis in den späten Vormittag hinein erwartet.

Was fährt und was nicht?

  • U-Bahnen fallen komplett aus, weil ein geregelter Betrieb nicht gewährleistet werden kann.
  • Trambahnen: Die Linien 19 und 20 sollen nach Möglichkeit fahren. Je nachdem, wie viele Fahrer trotz des Streiks verfügbar sind, werden auch weitere Linien betrieben.
  • Busse: Jedes zweite Fahrzeug ist im Einsatz, weil die Hälfte der Fahrer bei einem privaten Kooperationspartner beschäftigt ist, bei dem nicht gestreikt wird. Es kommt aber trotzdem zu beträchtlichen Einschränkungen auf vielen Linien und abweichenden Fahrzeiten.
  • S-Bahnen werden von der Deutschen Bahn betrieben und fahren normal.

Wo gibt es aktuelle Infos?

Die MVG informiert auf www.mvg.de über die aktuelle Betriebslage, ebenso auf ihrer Facebook-Seite und auf Twitter. Außerdem gibt es Informationen an den Anzeigetafeln vor Ort und per Durchsage.

Warum wird gestreikt?

Bereits am Mitwoch hatte es Warnstreiks in Augsburg, Regensburg und Amberg gegeben. Der Kommunale Arbeitgeberverband hat für die 6300 Beschäftigten der Nahverkehrsbetriebe in Bayern 7,5 Prozent mehr Einkommen bei 30 Monaten Laufzeit angeboten. Verdi fordert sieben Prozent für zwölf Monate Laufzeit sowie mehr Freizeit.

Die dritte Verhandlungsrunde ist am Freitag in Nürnberg angesetzt. Busfahrer verdienten als Berufsanfänger rund 2600 Euro, mit längerer Berufserfahrung etwa 3200 Euro im Monat, sagte Gewerkschaftssekretär Franz Schütz. "Die Belastung bei den Beschäftigten in München ist sehr hoch, deswegen wollen wir Regelungen zur Entlastung mit dem Arbeitgeber vereinbaren."