Von Berit Uhlmann

Die meisten Reisenden haben den Hauptbahnhof in München am Morgen gemieden. Wer doch kommt, irrt zwischen Anzeigetafeln, stehenden Zügen und adretten Damen mit Croissants hin und her.

Auf den ersten Blick könnte dieser Bahnhof ganz nach dem Geschmack von Bahnchef Hartmut Mehdorn sein. Es gibt Platz und Ruhe. Freundliche Damen mit adretten Hütchen kümmern sich um jeden Reisenden, verteilen Auskünfte, Kaffee und Croissants. Kraftstrotzend steht die Zugflotte da. Und dies ist das Problem: sie steht ... und steht.

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Erster Warnstreik der Lokomotivführer am Münchner Hauptbahnhof: Der Großteil der Züge fällt aus und die meisten Reisenden kommen nicht. Wo sonst die Pendler aus Augsburg, Ingolstadt und den Vororten entlangströmen, breitet sich Leere aus.

Die wenigen Reisenden, die dennoch mit der Bahn fahren wollen, baden den Ausstand der Lokführer voll aus. Ihre Züge sollen erst eher fahren, dann später kommen, anschließend von einem neuen Gleis aus starten und fallen in letzter Minute ganz aus.

Die freundlichen Damen der Bahn verweisen auf die Anzeigetafeln, die Tafeln auf das Gleis. Am Gleis aber, an dem gleich der ICE nach Hamburg fahren soll, steht eine Regionalbahn. Auf Nachfrage verweisen die Bahn-Mitarbeiterinnen erneut auf die Anzeigetafeln.

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