Von Wolfgang Prochaska

Landkreisweites Radverleihnetz kann starten "Starnbike"-Firmengründer gelingt es, Geldgeber und Bank von Geschäftsidee zu überzeugen / Beginn im März 2010.

Der Landkreis Starnberg erhält im kommenden Jahr endlich ein flächendeckendes Radverleihsystem. Der Gründer von "Starnbike", Alexander Linberg, hat nun doch einen Geldgeber und eine Bank gefunden, die ihm einen Startkredit gewährt. Am 1. März 2010 will Linberg seinen Radverleih starten. Auf der Fahrradmesse Eurobike stellte er in dieser Woche sein Konzept und den Rad-Prototypen vor.

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Der Landkreis Starnberg erhält im kommenden Jahr endlich ein flächendeckendes Radverleihsystem. (© Foto: Heddergott)

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Eine Ausflugs- und Erholungsregion ohne großen Radverleih: So präsentiert sich derzeit das Fünfseenland. Für Alexander Linberg ein Unikum und die Chance für seine Geschäftsidee. In diesem Jahr schon wollte er mit seinem Radverleihnetz loslegen. Aber die Finanzkrise hatte Linberg einen Strich durch die Rechnnug gemacht. Keine Bank - nicht einmal die Kreissparkasse und die genossenschaftliche VR-Bank - wollten ihm den notwendigen Kredit von rund 150.000 Euro bei der staatlichen KfW-Bank vermitteln.

Einige Banken hätten zur Sicherheit sogar Grundstücke oder Immobilien in Höhe des Kredits gefordert, so der Existenzgründer. Linberg ließ sich aber nicht entmutigen. In Pascal Kapp aus Germering, der unter anderem Oldtimer-Rallyes organisiert, fand er schließlich einen Investor und dann meldete sich wieder der Chef der Starnberger Hypo-Vereinsbank, Josef Sterner. Zuvor hatte die Hypo-Vereinsbank das Kreditbegehren auch abgelehnt. Nach mehreren Gesprächen samt nochmaliger Prüfung des Businessplans, so Linberg, gab die Bank ihr Plazet. Die Förderanträge bei der KfW und der LfA können nun gestellt werden. "Wir haben nie locker gelassen", freut er sich.

Unterstützung erhielt er auch vom Starnberger Tourismusverband "Fünf-Seen-Land". Geschäftsführer Klaus Götzl hält einen Radverleih im Landkreis für notwendiger denn je. "So etwas wird immer häufiger nachgefragt, und wir haben nichts." Im Info-Brief des Tourismusverbands soll der Radverleih vorgestellt werden. Wie berichtet, will Linberg Leihstationen einrichten. "60 Räder könnte ich sofort an Stützpunkten wie dem Schlossgut Oberambach und der Jugendherberge Possenhofen aufstellen.” Das Verleihnetz soll sukzessive erweitert werden und weitere Hotels, Gaststätten und Ausflugsziele einschließen. Touristen und Tagesausflügler werden dankbar sein.

Das dafür notwendige, robuste Radmodell ist inzwischen als Prototyp fertig. Im Oktober will der Existenzgründer das Rad Hoteliers und Wirten vorstellen, so wie in den vergangenen Tagen in Friedrichshafen auf der Messe "Eurobike". Da der Trend zum Rad mit Elektroantrieb geht, soll im kommenden Jahr ein zusätzliches Modell entwickelt werden. Die Leihgebühr steht schon einmal fest: Ein Tag kostet zwölf Euro. Ein halber Tag acht Euro.

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(SZ vom 05.09.2009/wib)