Zukunft Applaus für Feldafing

Die Gemeinde wirbt mit einem Imagefilm, um renommierte Architekturbüros für die Kasernen-Konversion anzulocken.

Von Otto Fritscher, Feldafing

"Die Perle am See" - mit diesem Prädikat schmückt sich die Gemeinde Feldafing gerne. Wenn man den neuen Imagefilm sieht, den Bürgermeister Bernhard Sontheim bei dem Feldafinger Filmemacher Ralf Luethy in Auftrag gegeben hat, dann ist man geneigt, dies auch gerne zu glauben. Denn der siebeneinhalbminütige Clip, der sowohl bei Youtube als auch auf der Homepage der Gemeinde Feldafing im Internet zu sehen ist, zeigt den Ort natürlich von seinen schönsten Seiten. Wobei das Wort "natürlich" wörtlich genommen werden kann. Viel Grün, viel Wald, die Roseninsel, der Lenné-Park, die Villa Waldberta, und immer wieder der Starnberger See in prächtig schimmernden Blau- und Grüntönen. Dazwischen auch mal ein Blick aus der Vogelperspektive auf das etwa 30 Hektar große Kasernengelände der Fernmeldeschule der Bundeswehr, die jetzt IT-Schule der Bundeswehr heißt.

Die meisten Szenen sind aus der Vogelperspektive aufgenommen, vermutlich mit einer Drohne samt hochauflösender Filmkamera, die an schönen Tagen über das 4500-Einwohner-Dorf geflogen ist. Dass Feldafing in wunderbare Natur eingebettet liegt, ist nicht wirklich neu. Wozu also der ganze Aufwand?

Die Gemeinde sucht in einer europaweiten Ausschreibung nicht irgendein, sondern laut Bürgermeister Sontheim ein "renommiertes Architekturbüro", das den Masterplan für die Umwandlung der Kasernenfläche in eine zivile Nutzung entwerfen und steuern soll. Im Amtsdeutsch ist das dann ein "Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept (ISEK), das "Grundlagen, Ziele und ein Maßnahmenkonzept aufzeigen" soll, wie es auf der Homepage der Gemeinde heißt. In dem Masterplan soll das Architekturbüro allerdings auch das einbinden, was bisher in zahllosen Bürger-Werkstätten, Workshops und Diskussionsrunden erarbeitet worden ist.

Vor lauter Bäumen sieht man Feldafing kaum. Im Vordergrund das Kasernengelände, im Hintergrund die Roseninsel. Eine Szene aus dem neuen Imagefilm.

(Foto: Screenshot: SZ)

Klar ist bisher nur der Zeitplan: Die Bundeswehr wird Ende 2020 in die bis dahin massiv ausgebaute Maxhof-Kaserne auf Pöckinger Flur umziehen. Dann will die Gemeinde möglichst das gesamte Feldafinger Areal kaufen, um nicht nur mit dem Instrument der Planungshoheit, sondern als Eigentümer steuern zu können, welches Unternehmen, welche Forschungseinrichtung sich ansiedeln darf, wie viele Wohnungen gebaut werden und wo der richtige Platz für ein Einheimischen-Modell ist. Klar ist, dass der campusartige Charakter des Geländes erhalten bleiben soll. Damit Feldafing sich weiterhin mit Fug und Recht "Perle am See" nennen darf. Die Gemeinderäte, denen der Film in der Sitzung am Dienstag gezeigt wurde, spendeten spontan Applaus.