Wörthsee Stolz auf den Dorfladen

"Wir haben noch viel Arbeit": Johannes Engelmeier und Günter Karger, Hanna Weber und Birgit Dietrich.

(Foto: Nila Thiel)

Vom Juni an gibt es in Wörthsee Bio-Waren, kleine Mittagsgerichte und Espresso

Von Christine Setzwein, Wörthsee

"Wir sind auf der Zielgeraden." Birgit Dietrich, Hanna Weber und Johannes Englmeier ist die Erleichterung, aber auch ein bisschen Stolz anzumerken. Einige Wörthseer hatten dem Projekt Dorfladen keine Chance gegeben, "ja, es wurde sogar torpediert", sagte Anteilszeichner Harry Schulze-Berl am Freitagabend in der ehemaligen Kreissparkassenfiliale. Dort, wo das Geschäft im Juni öffnen soll, hatte das Team zur Abrissparty eingeladen. Vier Jahre lang hatten acht Ehrenamtliche versucht, das Projekt "von Wörthseern für Wörthseer" zu stemmen.

"Danke, dass Sie uns vier Jahre unterstützt und an uns geglaubt haben", sagte Hanna Weber am Freitag zu den vielen Gästen, unter ihnen Bürgermeisterin Christel Muggenthal. Die Sozialpädagogin war der der treibende Motor des Projekts. Vor kurzem übergab sie die Geschäftsführung der Unternehmergesellschaft (UG) an den Koch und Caterer Englmeier. Er, Weber und Dietrich sind nun die Gesellschafter der UG. "Es gab Höhen und Tiefen", sagte Englmeier, "und wir haben noch viel Arbeit." Weil die UG die Ladeneinrichtung gebraucht gekauft hat, gibt es keinen EU-Zuschuss. Damit kann das Dorfladen-Team auch nicht auf die Bürgschaft der Gemeinde in Höhe von 37 000 Euro zurückgreifen. Nur drei Gewerke wurden deshalb vergeben: Elektro, Sanitär und Kühltechnik. Boden verlegen, malern, Regale aufbauen und befüllen müssen in Eigenregie gemacht werden. "Wir sind für jede Hilfe dankbar, sagte Englmeier und verwies auf ausgehängte Listen, in denen sich Freiwillige eintragen konnten. Die Einrichtung, den Umbau und die ersten Warenbestellungen konnten selbständig finanziert werden. "Aber wir brauchen noch Geld", appellierte der Geschäftsführer an die Anteilszeichner und Bürger.

Für Laden und Café hat sich das Team professionelle Hilfe geholt. Bea Meissner ist künftig für das Essen zuständig. Sie arbeitet seit 25 Jahren im Ruffini in München und will in Wörthsee kleine Mittagsgerichte anbieten. "Antipasti, Suppen, Vegetarisches, ein Hauptgericht und Salate" schweben der 59-Jährigen vor. Für die Gäste am Freitag hatten sie und Englmeier Tomatensuppe und Chili con carne vom Wildschwein vorbereitet. Dazu gab es Wörthseer Craft-Bier und Wein. Im Laden will Günter Karger als zweiter Marktleiter Englmeier unterstützen. Der 68-Jährige hat 15 Jahre lang einen Naturkostladen in Neuried betrieben.

Im Dorfladen Wörthsee soll der Bio-Anteil bei 80 Prozent liegen, die Ware möglichst plastikfrei verkauft werden. Vorgesehen sind auch Aktionstische je nach Jahreszeit, Verkostungen und eine Espresso-Bar mit Kaffee aus der Rösterei Supremo in Unterhaching. Auch an fertige Kochboxen mit den Zutaten für Gerichte denkt Englmeier.

Hanna Weber hofft, dass das Misstrauen gegenüber dem Projekt schwindet. Und die Wörthseer Bürgermeisterin Muggenthal ist froh, "dass es endlich so weit ist".