Wörthsee 13 Seenoteinsätze in fünf Stunden

Schnell ist die Wasserwacht mit ihrem Boot auf dem Wörthsee zur Stelle, wenn Not am Mann ist.

(Foto: Franz Xaver Fuchs)

Die Wasserwacht zieht Bilanz - besonders ein stürmischer Samstag ist den Helfern in Erinnerung. Die Rettungsstation am Badegelände in Oberndorf wird im kommenden Jahr erneuert

Von Manuela Warkocz, Wörthsee

Gute Nachricht für die Wasserwachtler in Wörthsee: Ihre baufällige, über 40 Jahre alte Rettungsstation am Badegelände in Oberndorf wird endlich erneuert. Den Neubau hat der zuständige Erholungsflächenverein für 2017 definitiv zugesagt. Dieses Geschenk brachte BRK-Kreisgeschäftsführer Jan Lang zur Jahresversammlung der Wasserwacht mit. Details über Kubatur und Kosten der neuen Wasserwachthütte stehen allerdings noch nicht fest.

Im Lauf dieses Jahres will der Erholungsflächenverein in Absprache mit den Verantwortlichen vor Ort die Pläne konkretisieren. Die Wörthseer rechnen aber mit Eigenleistungen für den Innenausbau von 15- bis 20 000 Euro. Sie müssen eine Gleisanlage für das Motorrettungsboot ebenso finanzieren wie eine starke Seilwinde, Möbel, Funktische und den Aufenthaltsraum. Der Wörthseer Gemeinderat Franz Polz sagte die Unterstützung der Kommune zu, sieht aber auch die Seeanliegergemeinden Inning und Seefeld in der Mitverantwortung.

Was die 54 Aktiven, darunter die Hälfte Jugendliche, im Jahr 2015 alles in ihrer Freizeit geleistet haben, ließ der Vorsitzende Christoph Aumiller in seinem Bericht Revue passieren. Die Mitglieder kamen auf mehr als 5000 Dienststunden. Als "Wachstunden-Hero" wurde Manuel Bolkert mit 650 Wachstunden gefeiert. Die Wasserwachtler haben fünf Menschen aus Gefahr gerettet, sich an drei Vermisstensuchen beteiligt, 22 Mal Erste Hilfe geleistet, sechs medizinische Notfälle soweit versorgt, bis der Rettungsdienst kam und 26 Bergungen vornahm. Als den gravierendsten Einsatztag hat Aumiller den stürmischen Samstag, 25. Juli, in Erinnerung: "Wir haben die Rettungsboote gar nicht mehr zur Station geholt. Sie waren ständig im Einsatz." Innerhalb von fünf Stunden mussten die Ehrenamtlichen 13 Mal ausrücken. Gerettet werden mussten gekenterte Segler und Surfer in Seenot. Zudem unterstützten die Wörthseer die Wasserwacht Pilsensee bei der Suche nach einem vermissten Kind. Herausragend in der Einsatzstatistik war auch der Unfall, bei dem am 6. August der Führer eines Elektrobootes einen Schwimmer überfahren hatte. Das Opfer wurde mit erheblichen Kopfverletzungen geborgen. Zudem sicherten die Ehrenamtlichen Schwimmwettkämpfe, etwa den Polizei-Triathlon Anfang August und beteiligten sich am Ramadama in Oberndorf.

Jugendleiterin Leonie Bonauer berichtete über den "Eistag" in der Grundschule Wörthsee, bei dem Kinder richtiges Verhalten auf dem Eis lernten, vom Schminkkurs für realistische Unfalldarstellung, der Beteiligung am Ferienprogramm und dem Schwimmtraining des Wasserwachtnachwuchses, das jetzt in der Schule in St. Ottilien läuft. Als besonderes Ereignis haben alle den Vorbereitungstag für die Saison im April im Gedächtnis. Denn vier Asylbewerber aus Afghanistan halfen mit, den Bootssteg zu streichen und den Eisrettungsschlitten zu demontieren. "Die Bürgerkriegsflüchtlinge hatten einen Riesenspaß dabei", so Sprecher Udo Frechen, "und wurden anschließend mit einer Bootsfahrt über den Wörthsee belohnt."