Wörthsee Gemeinderäte lehnen Partyhütte ab

So urig sieht es in der Blockhütte aus, die Jakob Aumiller vorübergehend bei seinem Hotel aufstellen wollte. Daraus wird nichts.

(Foto: Privat/oh)

Jakl-Hof-Wirt Aumiller wollte in dem nur vorübergehend aufgebauten Blockhaus Weihnachtsfeiern organisieren

Von Christine Setzwein, Wörthsee

Eine Blockhütte mitten im Dorf, in der gefeiert wird, vor der geparkt und vielleicht auch geraucht wird, vor der sich die Gäste mitten in der Nacht auch noch lautstark verabschieden - nein, da wollten die Gemeinderäte von SPD, Grünen und Wörthsee-Aktiv (WA) nicht mitspielen. Sie lehnten den Antrag ihres CSU-Kollegen Jakob Aumiller ab, der die mobile Hütte vom 1. November bis 15. Januar 2018 auf der Wiese gegenüber dem Steinebacher Feuerwehrhaus aufstellen wollte. In diesem Wochen wollte der Garten- und Landschaftsbauer und Besitzer des Hotels Jakl-Hof kleine Weihnachts- oder Geburtstagsfeiern für Privatleute und Firmen anbieten.

Den Reigen der Gegner eröffnete Gerald Grobbel (Grüne). "Damit schaffen wir einen Präzedenzfall", meinte er. Seine Parteifreundin Birgit Dietrich vermutete gar einen Schwarzbau, weil die Hütte bereits an mehreren Orten in der Gemeinde gesehen worden sei. Ist sie nicht, sagte Bürgermeisterin Christel Muggenthal (SPD), denn wenn sie nicht länger als drei Monate steht, gilt sie als fliegender Bau. "Für mich ist das ein Antrag auf eine Gaststätte", sagte Dirk Bödicker (WA). "Damit graben wir unseren Wirten das Wasser ab." Das Wohl der Wirte hatten auch Florian Tyroller (Grüne) und Thomas Bernhard (Freie Wähler) vor Augen, auch wenn letzterer zusammen mit seinem Fraktionskollegen Harald Lossau dem probeweisen Betrieb der Partyhütte zustimmten. Bernhard ist Besitzer des Seehauses Raabe, Lossau gehört der Alte Wirt in Etterschlag. Einen anderen Aspekt brachte Paul Grundler (WA) in die Diskussion: Wenn das Areal rund um den Badeplatz Birkenweg schon im Sommer ständig zugeparkt sei und die Anlieger unter starker Lärmbelästigung litten, sollte wenigstens im Winter Ruhe herrschen. Um die Lärmbelästigung ging es auch der Bürgermeisterin. Eine Konkurrenz zu den örtlichen Gaststätten sah sie durch den Probebetrieb nicht. "So viele Möglichkeiten für private oder geschäftliche Weihnachtsfeiern gibt es nicht."

Jakob Aumiller sagte am Mittwoch, er sei sehr enttäuscht über den ablehnenden Beschluss. Er wollte in der Blockhütte nicht nur kleine Feiern in "schönem weihnachtlichem Ambiente" anbieten, sondern auch seinem jüngsten Sohn Anton eine Chance geben, sich zu beweisen. Der sei jetzt ausgebildeter Restaurantfachmann und arbeite gerade im Käfer-Zelt auf der Wiesn. "Für mich war das eigentlich eine klare Sache", sagt er. Durch den Jakl-Hof habe er eine Ausschankgenehmigung, es stünden genügend Parkplätze zur Verfügung. Die Verwaltung hätte ihm maximal an vier Tagen in der Woche Veranstaltungen erlaubt.

Momentan ist die wintertaugliche Hütte, für die teilweise Holz von einem 400 Jahre alten Bauernhof aus Oberösterreich, einem 160 Jahre alten Stadl aus Oberbayern und eine uralte Stalltüre aus Etterschlag verwendet wurden, eingelagert. Mit Bänken und Tischen fasst sie etwa 80 Personen. Natürlich seien auch Feuerlöscher vorhanden. Bei der Seefelder Firma TQ Systems stand die Hütte schon. "Nirgends gibt es Probleme, nur bei uns", bedauert Aumiller.