Wörthsee Freie Sicht auf den See

Kiosk-Modelle im Rathaus Wörthsee: (v. li.) Christel Muggenthal, Thomas Holzer mit dem Siegerentwurf, Maximilian Pfaffinger und Frederik Künzel.

(Foto: Nila Thiel)

Studenten stellen Ideen für neuen Kiosk am Wörthsee vor

Von Christine Setzwein, Wörthsee

Der Fantasie freien Lauf gelassen haben 20 Architekturstudenten der Hochschule München. Ihr Thema lautete "Lakeside Kiosk Wörthsee", und was dabei herauskam, kann noch diese Woche im Sitzungssaal des Rathauses Wörthsee bestaunt werden. Ein Kiosk auf einem Steg oder als eine Art Bauwagen, über dem sich ein luftiger Steg windet, als Kopfbau im Stil von Bootshäusern oder als Raumschiff à la Orion aus der Kultserie Raumpatrouille, zwölf Modelle und Pläne sind ausgestellt, drei wurden am Freitagabend von Bürgermeisterin Christel Muggenthal prämiert.

"Wir wollen Ideen sammeln, schauen, was möglich ist", sagte sie. Der Kiosk am öffentlichen Badeplatz Wörthseestraße muss, weil in die Jahre gekommen, spätesten in einem Jahr abgerissen werden. Ob ein neuer am alten Standort gebaut wird oder näher am See und wie er aussehen könnte, darüber machte sich der Kurs von Professor Frederik Künzel Gedanken. Ohne Vorgaben. Den Kontakt hatte der Wörthseer Architekt Oliver Rose hergestellt.

Für Künzel eine "schöne und interessante Aufgabe", wie er am Freitag sagte. Denn auch wenn ein Kiosk zunächst klein und unscheinbar daherkommt, hat er doch eine wichtige Funktion, regional und - weil es am See nur wenige öffentlich zugängliche Stellen gibt - auch überregional. Ein Kiosk sollte eine soziale und gesellschaftliche Aufgabe erfüllen, sagte Künzel. Und natürlich müsse er auch funktionieren, braucht Verkaufstresen und Lagerflächen. Extrem wichtig sei die Standortfrage gewesen, denn der Raum ist knapp, vor allem auf der Badewiese.

Trotzdem hat sich die Jury aus fünf Gemeinderäten, zwei Architekten und der Bürgermeisterin für drei Entwürfe entschieden, die alle nicht mehr neben dem Parkplatz, sondern auf der Badewiese situiert sind. Bislang müssen die Badegäste immer die Straße überqueren, wenn sie zum Kiosk wollen. Gerade für Kinder eine gefährliche Angelegenheit.

Das Siegermodell stammt von Thomas Holzer, ein etwa 80 Quadratmeter großer Kiosk in den Hang hineingebaut. "Möglichst zurückhaltend und nicht direkt am Wasser" sollte er sein, erläuterte der 29-Jährige seinen Entwurf. Vom Dach des Kiosks, das mit dem Gehweg bündig abschließt, hätte man einen schönen Ausblick auf den See, meinte der Schlierseer, dem der Ansturm von Ausflüglern und Touristen nicht fremd ist. Den zweiten Preis holte sich Maximilian Pfaffinger, der dritte ging an Richard Wilhelm.

Den Gemeinderäten Thomas Bernhard (Freie Wähler) und Klaus Kaplan gefiel der Siegerentwurf sehr gut. "Schön und unauffällig", lobte Bernhard.