Utting Architekt Lüps soll Bootssteg planen

Sein Bruder steht an der Spitze eines Vereins, der den umstrittenen Bau verhindern will

Von Armin Greune, Utting

Der Bau des umstrittenen Bootshauses für die Polizei beim Dampfersteg in Holzhausen ist wohl nicht mehr zu stoppen. Doch immerhin wäre das Staatliche Bauamt Weilheim bereit, das buchstäblich kleinste Übel aus Sicht der Holzhausener zu realisieren: Für die nun wieder angelaufene Planung ist der renommierte Uttinger Architekt Wolf-Eckart Lüps vorgesehen. Pikanterweise führt dessen Bruder Wolf-Dietrich als Vorsitzender des Vereins "Unser Dorf" Holzhausen gemeinsam mit Daniel Fusban von der Initiative "dampferstegholzhausen.de" den örtlichen Widerstand gegen das Vorhaben an.

Nach wie vor argumentieren die beiden Wortführer gegen das Bootshaus mit einem "massiven drohenden Verlust von Heimat" und fürchten, dass der Steg in der Folge für Schiffsverkehr und Erholungssuchende gesperrt werde. Ein weiterer, Ende September vorgesehener Gesprächstermin der Gegner mit Staatssekretär Gerhard Eck und dem CSU-Landtagsabgeordneten Alex Dorow wurde kurzfristig abgesagt. Wie Fusban und Lüps erfahren haben, trafen sich Eck, Dorow und Polizeivertreter an diesem Tag mit Landrat Thomas Eichinger, was die Initiatoren, die 2280 Unterschriften gegen den Bau 100 Meter weit im Ammersee gesammelt haben, als "Brüskierung" werten.

Peter Aumann, Bereichsleiter für Hochbau im Weilheimer Bauamt, versucht, die Wogen zu glätten. Im Dezember 2012 habe man den ersten Planungsauftrag für das Bootshaus erhalten. Seitdem seien von Polizei und Seenverwaltung zahlreiche alternative Standorte geprüft und wieder verworfen worden, das Bauamt habe dazu nur Informationen zugeliefert. Im Januar 2016 hätte die Polizei Zugeständnisse gemacht und sei vom ursprünglich geplanten Doppelhaus mit zwei Giebeln abgerückt, das kleinere Polizeiboot soll jetzt in Dießen unterkommen.

"Wir bemühen uns, das Bootshaus so weit zu schrumpfen, wie es funktionell möglich ist", sagt Aumann, der bis Jahresende dem Uttinger Gemeinderat eine aktualisierte Planung ("vielleicht noch etwas schlanker") vorstellen will. Er hat offenbar keine Zweifel an der Realisierung mehr und wäre "sehr erfreut, wenn er dafür Wolf-Eckart Lüps gewinnen könnte, der schon sehr schöne Bootshäuser gemacht hat". Der Architekt bestätigt die Anfrage des Bauamts, sieht aber den Widerstand gegen das auch aus seiner Sicht fragwürdige Vorhaben ungebrochen: "Wir wären zur Planung bereit, wenn alles geklärt ist", sagt Lüps, der sich dann für Schadensbegrenzung einsetzen will.